Wolkersdorf im Weinviertel

Erstellt am 01. Mai 2017, 05:00

von Isabella Eisnecker

Jede Menge Material in der Topothek. Herbert Kraus hielt einen Vortrag über das Handwerk, den Handel und die Landwirtschaft in Wolkersdorf im 19. Jahrhundert.

Herbert Kraus hat selbst Wurzeln in Wolkersdorf. So begeistert ihn die Arbeit als Topothekar gleich umso mehr.  |  NOEN, Isabella Eisnecker

Mit 2.608 Einträgen und 2.225 Bildern konnte am vergangenen Donnerstag Topothekar Herbert Kraus sein Publikum beeindrucken. „Ich könnte nie alles zeigen, sonst würde mein Vortrag viel zu lange werden“, nimmt Herbert Kraus gleich anfangs vorweg.

Thema des Vortrages: Handel und Gewerbe. Herbert Kraus stellte alte Geschäftslokale aus der Hauptstraße, sowie ausgestorbene Gewerke wie Bürsten- oder Fasslbinder vor. Somit verband er alte Bilder mit den heutigen Orten, die man damals bereits gut erkennen kann.

Bilder begannen im 19. Jahundert

In seinem Vortrag bezog sich der Topothekar jedoch nicht nur auf die Gebäude, sondern zeigte auch damalige Familien, Arbeiter oder Zeitungsinserate. „Damals waren Fotos noch um einiges teurer“, so Kraus. Ebenso ein Thema war der Wochenmarkt, der bereits seit 1856 existiert. Doch selbst Herbert Kraus ist sich bei manchen Gebäuden noch unsicher, was sich damals darin befand. Seine Bilder begannen im 19. Jahrhundert, doch je weiter man in der Zeit fortschritt, desto hilfreicher konnte das Publikum werden.

Kurzzeitlich entstanden sogar Diskussionen: Was befand sich dort vor 100 Jahren wirklich? Ab der Zeit der 1940er hörte man dann Rufe wie „Ma wie schen!“ aus dem Publikum, als die älteste Generation begann sich an die Zeit zu erinnern.

„Damals gab es in Wolkersdorf irrsinnig viele Handwerksbetriebe“, berichtet Kraus anhand unzähliger Bilder.