Wolkersdorf im Weinviertel

Erstellt am 27. Juli 2016, 05:00

von Benjamin Schlöglhofer

Johannes Schwarzenberger: „Bin vom Sessel gefallen“. Wolkersdorfs Obmann der Bürgerliste MIT:uns, Johannes Schwarzenberger, über erste Erfahrungen in der Gemeindepolitik, aktuelle Projekte und sein starkes Team.

 |  Benjamin Schlöglhofer

NÖN: Herr Schwarzenberger, Sie sind gerade mitten in Ihrer ersten Periode als Stadtrat. Haben sich Ihre Vorstellungen von Gemeindepolitik bewahrheitet?

Johannes Schwarzenberger: Wir sind angetreten mit der Lust, mitzuarbeiten. Und ... ich bin vom Sessel gefallen. Ich sehe mich nicht als Politiker. Ich gestalte gerne. Zurzeit lerne ich sehr viel. Ich muss mich ständig in Themen wie etwa der Gemeindeordnung einlesen. Dann entscheide ich. Das erwarte ich mir auch von der ÖVP. Es gibt diese Leute in der ÖVP.

„Wir haben keinen Apparat hinter uns. Wenn wir uns umdrehen, sehen wir nur uns selbst.“

Johannes Schwarzenberger über MIT:uns

Wie sehen Sie die politische Kultur in der ÖVP?

Momentan wirkt es eher so auf mich: Bürgermeisterin und Ex-Bürgermeister setzen sich was in den Kopf und wollen das dann: Jetzt wird das Wirtshaus in Obersdorf umgebaut und aus.

Sie sehen beim Gemeindewirtshaus in Obersdorf noch Diskussionsbedarf?

Ich habe mein ganzes Leben lang Erfahrung in der Verpachtung von Lokalen gesammelt. Die kann ich einbringen. Der Pächter muss sich mit dem Standort identifizieren. Mir sind einige Pächter nach kurzer Zeit wieder abgesprungen. Da muss man langfristige Anreize schaffen.

Sie äußerten auch Bedenken am Neubau des Feuerwehrhauses in Riedenthal ...

Der aktuelle Entwurf hat ein modernes Design. Mein Anliegen wäre, dass die Architektur an den Weinviertler Stil angepasst wird. Die Leute sollen sich dort wohlfühlen.

Viel diskutiert wird auch über mögliche Standorte und Varianten der neuen Volksschule. Ihre Vorschläge dazu?

Es gibt die genau untersuchte Variante des Umbaus am jetzigen Standort. Eine weitere Version wäre eine Neubauvariante als Campus. Wir arbeiten aber momentan mit den Grünen an einer dritten Variante. Eigentlich machen wir gerade die Arbeit, die die Projektentwicklung hätte machen sollen. Wir denken alle Möglichkeiten genau durch. In zwei bis drei Wochen wollen wir die Ergebnisse präsentieren. So viel kann ich vorwegnehmen: Es wird die günstigste Version von allen.

Zu Ihrem Team: Wie funktioniert die Zusammenarbeit in Ihrer jungen Partei?

Wir sind keine Partei. Wir sind eine Bürgerliste. Wir haben keinen Apparat hinter uns. Wenn wir uns umdrehen, sehen wir nur uns selbst. Ich habe diese Menschen zwei Monate vor der Wahl kennengelernt und bin begeistert von meinem jungen, starken Team. Ich bin da einer der Ältesten. Es sind lauter wertvolle Menschen aus Wolkersdorf.

Was hat die Bürgerliste MIT:uns in naher Zukunft vor?

Wir kämpfen noch mit dem Image als Verhinderer. Wir wollen das klarstellen. Das sind wir nicht.