Wolkersdorf im Weinviertel

Erstellt am 09. Februar 2018, 05:00

von Michael Pfabigan

Knapp 7.000 Euro Strafe für dichten, schwarzen Rauch. Ein Wolkersdorfer muss knapp 7.000 Euro zahlen, da er Nachbarn wieder mit chemisch riechendem Rauch eingenebelt hatte.

Benjamin Schlöglhofer

Ein 52-jähriger Bewohner der Alleegasse muss 5.000 Euro plus die Prozesskosten von knapp 2.000 Euro zahlen, weil er seinen Nachbarn mit dichtem Rauch aus ungeeignetem Brennmaterial eingenebelt hat.

Anwalt Florian Höllwarth kündigt die Berufung gegen das Urteil an.  |  zVg

Das entschied das Bezirksgericht Mistelbach jetzt, nachdem der 58-jährige Wolkersdorfer im September 2016 eine Exekutionsklage auf ein älteres Unterlassungsurteil eingebracht hatte – und der Nachbar dagegen eine Impugnationsklage (Geltendmachung von Hindernissen, die die Vollstreckung nicht zulassen) eingebracht hatte – die NÖN berichtete.

Die Vorgeschichte: Im Oktober 2016 heizte der 52-Jährige zwei Mal den Ofen im Keller seines Rohbaus in der Alleegasse ein, der Wind trieb die Rauchschwaden in Richtung seines Nachbarn. Der fühlte sich dadurch nicht nur gestört, er vermutete auch die Verbrennung von ungeeignetem Brennmaterial: Plastik, teergetränkte Maststücke oder Laminatboden-Teile, etc. In der Gerichtsverhandlung wurde der Rauch als „scharf, ätzend und giftig“ bezeichnet.

„Das war kein natürlicher Rauch, er war schwarz und hat chemisch gerochen!“Zeugin bei der Verhandlung. Die Richterin glaubte ihr und nicht dem alles abstreitenden Nachbarn.

Eine Zeugin, die den 58-Jährigen während der beiden beanstandeten „Heizperioden“ mit ihren Kindern besucht hatte, sagte Anfang Jänner aus, dass der Rauch „schon ein wenig giftig“ gerochen habe: „Das war kein natürlicher Rauch, er war schwarz und hat chemisch gerochen“, gab sie im Zeugenstand an. Der 52-Jährige bestritt jedoch die Vorwürfe. Der Rauch sei nicht aus seinem Rauchfang gekommen, er habe kein ungeeignetes Brennmaterial verwendet, sagte er der Richterin.

Einer Argumentation, der sie nicht folgen konnte: „Die Aussage, kein ungeeignetes Brennmaterial verheizt zu haben, ist als reine Schutzbehauptung zu qualifizieren“, heißt es im Urteil.

Nachbar kündigt schon jetzt Berufung an

Sein Mandant werde in Berufung gehen, kündigte der Anwalt des 52-Jährigen, Florian Höllwarth, an: Zum einen, weil einem Rauchfangkehrer als Zeugen vom Gericht weniger Glauben geschenkt wurde, als einer Bekannten des Klagsgegners, zum anderen, weil er sich unschuldig sieht: „Es wurde nie etwas Illegales verbrannt“, sagt Höllwarth: „Es wurde ja nicht mal entsprechendes Brennmaterial gefunden.“

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.