Wolkersdorf im Weinviertel , Mistelbach

Erstellt am 08. Juli 2016, 05:10

von Benjamin Schlöglhofer

Bauprojekte: Grünes Licht für zwei FF-Häuser. Der Gemeinderat segnete die Bauvorhaben von zwei Feuerwehren ab. Eines ist umstritten.

Entworfen wurde das Konzept vom Atelier Staudinger. Das Architekturbüro hat für Feuerwehren schon einige Gebäude entworfen. Es ist also mit den Anforderungen des Landes vertraut.  |  NOEN

Gleich zwei Bauprojekte für die Feuerwehren von Riedenthal und Wolkersdorf standen auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am 30. Juni. In Riedenthal soll ein Neubau das alte desolate Feuerwehrgebäude ersetzen und in Wolkersdorf wird zugebaut.

Die Opposition hat zwar beiden Projekten bei der Sitzung zugestimmt, doch die Diskussion über den Neubau in Rieden thal ist für sie noch nicht abgeschlossen. Sie halten die Dimension des Gebäudes für einen kleinen Ort wie Riedenthal mit 533 Einwohnern für fragwürdig.

800.000 Euro werden für das Projekt veranschlagt. Die ÖVP argumentiert, es sei die kleinstmögliche Version, um trotzdem noch Förderungen vom Land NÖ zu bekommen. „Das prüfen wir noch!“, so Christian Schrefel von den Grünen.

Ein weiterer Punkt sind die zwei geplanten Garagen. Schrefel: „Zwei halte ich nicht für notwendig.“ Die Feuerwehr besitzt nur ein Auto und hat , laut Ortsvorsteher Anton Kirchner, in nächster Zeit auch nicht vor ein Zweites anzuschaffen. Doch laut Bürgermeisterin Anna Steindl (ÖVP) ist auch die zweite Garage an die Förderung gebunden.

Auch an dem modernen Erscheinungsbild des Niedrigenergiebaus mit Flachdach scheiden sich die Geister. Johannes Schwarzenberger von MIT:uns hat Bedenken: „Bei der Architektur des Gebäudes sollte sorgsam vorgegangen werden.“ Steindl erwidert: „Wir werden ein Ortsbildgutachten einholen.“

Laut dem Kommandanten der Riedenthaler Feuerwehr, Leopold Siebinger sei hinten und vorne kein Platz mehr in den über hundert Jahre alten Räumlichkeiten. Ortsvorsteher und ebenfalls Floriani, Anton Kirchner erzählt: „Wenn ich zu meinen Spind will, muss ich durch das Einsatzfahrzeug klettern, anders komme ich nicht hin.“

Auch die Bausubstanz sei in einem schlechten Zustand: Die Wände seien feucht und laut Kirchner hat es im Winter schon mal unter null Grad im Innenraum, weil Heizung und Isolierung unzureichend sind. Ein Gutachten des niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbands bescheinigt, dass die Kameraden unter diesen Voraussetzungen nicht arbeiten können.

Der Zubau in Wolkersdorf wird von allen Beteiligten als notwendig angesehen. Dort soll die Garage ausgebaut werden - für ein Fahrzeug, das bereits vorhanden ist.