Erstellt am 30. Oktober 2015, 05:02

WULTENDORF ist beinahe energieautark. Familie Wild kann 70 Häuser in ihrem Heimatort mit Strom versorgen.

 |  NOEN, Ingrid Fröschl-Wendt
Zum Glück wagte sich die Sonne am Sonntagnachmittag dann doch heraus und bescherte der neuen Photovoltaik-Anlage der Familie Wild eine beachtliche Leistung: Rund 57 Häuser in Wultenhofen hätten an diesem Tag im Oktober mitversorgt werden können.

Mit einem großen Fest wurde vergangenen Sonntagnachmittag die Eröffnung der 350-kW- Anlage „Sonnenkraft Wultendorf“ gebührend gefeiert. Abt Columban Luser vom Stift ist ein Schulfreund von Josef Wild, daher war es naheliegend, dass er die Segnung der neuen PV-Anlage übernahm.

Zahlreiche Besucher bestaunten die zehn je 70 Meter langen Tische, auf denen insgesamt 1.500 Module – natürlich von der PVT Austria aus Neudorf – Wultendorf beinahe energieautark machen. Sie ist übrigens mit nur kleinem Abstand die zweitgrößte Anlage des Bezirks Mistelbach.



„Im Schnitt können wir 70 Häuser mit Strom versorgen“, erzählen Vater Josef und Sohn Thomas Wild, beide wagemutige Pioniere. Immerhin haben sie viel eigenes Geld in dieses Projekt investiert. In 13 Jahren soll sich die Anlage amortisieren.

Die Investition lag allerdings auf der Hand, ist doch das Atomkraftwerk Dukovany in Sichtweite, sind sich die beiden Männer einig. Thomas Wild ging sogar noch einen Schritt weiter: Er baute einen alten VW-Käfer, Baujahr 1967, zu einem E-Fahrzeug um, den er nun zuhause auftanken kann. „2,5 Millionen Kilometer könnte ich mit der Leistung unserer Anlage fahren“, schwärmt Wild Junior von seinem Fahrzeug und der PV-Anlage.

Bürgermeister Leopold Muck lobte die Initiative seiner Bürger. Für ihn ist die Photovoltaik-Anlage eine logische Ergänzung zu dem schon 1995 erbauten Fernheizwerk, das ebenfalls einen Großteil der Wultendorfer mit Wärme beliefert.


Technische Daten

Die Photovoltaik-Anlage im Hause Wild erbringt eine Leistung von 350 kW.
Insgesamt sind es 1.480 Module, die auf 1,2 Hektar Grund stehen.
Diese Module sind in zehn Reihen zu je 70 Metern angebracht.
Die Fläche der Kollektoren beträgt 2.400 Quadratmeter.