Erstellt am 13. Januar 2016, 05:03

von Michael Pfabigan

„Zu wenig Personal!“. Als Krankenhaus-Obmann übergab Alfred Weidlich dem Land ein gut aufgestelltes Klinikum. Jetzt können Untersuchungen mangels Personal nicht gemacht werden.

Im Landesklinikum Mistelbach wurde die betagte Frau aus dem Bezirk Gänserndorf behandelt, entlassen und wieder stationär aufgenommen. Foto:  |  NOEN, zVg

„Wenn man als Patient im Landesklinikum Mistelbach erleben muss, dass Untersuchungen nicht gemacht werden können, weil das Personal nicht vorhanden ist, um die technischen Untersuchungen zu erledigen, dann muss man sich fragen, ob die Landeskliniken-Holding den Patienten wirklich in den Mittelpunkt stellt!“

Harte Worte fand Mistelbachs Altbürgermeister und ehemaliger Obmann des Krankenhaus-Gemeindeverbandes beim Mistelbacher Neujahrsempfang. „Als wir 2005 das Klinikum dem Land übergeben haben, hat uns Wolfgang Sobotka, damals als Landesrat für die Kliniken zuständig, versprochen, dass alles viel besser wird“, erinnert sich Weidlich. Davon sei zumindest beim Personal nichts zu bemerken.

Weidlich: "Ärzte und Pfleger leiden unter Arbeitsbelastung"

„Die medizinischen und Pflegedienste versuchen noch immer, motiviert zu sein und leisten schier Unglaubliches“, sagt Weidlich, der seine Kritik auf selbst Erlebtes bezieht. „Allerdings merkt man als Patient, dass sowohl Ärzte als auch Pflege unter der Arbeitsbelastung stark leiden!“ Visiten würden nur noch vom Oberarzt und einer Diplompflegekraft erledigt und angeordnete Untersuchungen könnten mangels Fachpersonal nicht durchgeführt werden.

„Manche Untersuchungen können überhaupt nicht mehr gemacht werden, weil es die Geräte gar nicht mehr gibt oder weil sie aus Einsparungsgründen nicht mehr ersetzt werden! Als Patient erwarte ich mir, dass ausreichend Personal für die erforderlichen Leistungen zur Erstellung einer Befundung, Diagnose und Behandlung zur Verfügung steht. Als Vertragsunterzeichner, dass den Vereinbarungen zwischen Gemeindeverband Weinviertelklinikum und dem Land NÖ entsprochen wird“, fordert Weidlich.

LKH-Sprecher: "Personalstand hat sich erhöht"

„Stimmt nicht“, kontert die Landeskliniken-Holding: „Alleine zwischen 2005 und Ende 2015 hat sich der Personalstand im KH von 1.500 auf 1.688 erhöht“, sagt Sprecher Bernhard Jany, schränkt aber ein, dass bei Krankenständen eine „kurzfristig angespannte Situation in manchen Abteilungen“ herrschen könne. Und durch die Studienplatzbeschränkung im Medizinstudium gebe es weniger Absolventen – Arztstellen müssten so länger ausgeschrieben werden, bis ein passender Kandidat gefunden sei.

Bei der technischen Ausstattung halte man sich an die Vorgaben, was ein Klinikum leisten solle, die physikalische Ambulanz sei in erster Linie für die stationären Patienten vorgesehen.