Erstellt am 03. November 2015, 00:17

von Susanne Bauer

Zum 40er ging’s nach Kapstadt. Die Laaerin Manuela Hatzinger hat sich zu ihrem 40. Geburtstag einen Traum erfüllt: Sie reiste für zwei Monate nach Afrika.

Manuela Hatzinger mit Baby  |  NOEN, privat
Eine große Reise zum 40er ist eigentlich nichts Besonderes. Doch die Laaerin tourte nicht nur durch das Land, sie engagierte sich in dieser Zeit ehrenamtlich bei einem Sozialprojekt.

Dafür nahm sich die Bankangestellte drei Monate Sabbatical- Auszeit und reiste über die Organisation Travel Works nach Kapstadt, um als Volontärin in einem Waisenhaus kleine Kinder zu betreuen. Mit der NÖN sprach Hatzinger über ihre Zeit in Afrika und stöberte gern in ihren Fotos und Souvenirs: „Gemeinsam mit Linda aus Deutschland und Fanny aus Frankreich wohnten wir bei einer schwarzen Moselm-Mischlings Gastfamilie, die aus Mutter, Vater und drei erwachsenen Kinder bestand.“

Waisenkinder betreut

Nach dem gemeinsamen Frühstück marschierten Linda, Fanny und Manuela täglich rund zehn Minuten zum Christine Revell Children’s Home Waisenhaus. Dort gibt es drei Kindergruppen, in denen rund 60 Mischlingshalbwaisen betreut werden. Maximal sechs Jahre können die Kinder bleiben, dann wird versucht, die Kinder wieder in die Obhut ihrer Eltern, oder eines Elternteils, zu übergeben. Wenn das nicht möglich ist, dann sucht das Waisenhaus eine Pflegefamilie im Land. Sollte auch dieses Vorhaben scheitern, dann kommen die Kinder in ein anderes Waisenhaus.

Hatzinger wurde der Gruppe A – 15 Kleinkindern von null bis zwei Jahren – zur Betreuung zugeteilt. „Die Kleinen freuten sich so und krabbelten mir täglich freudig entgegen. Doch wir durften die Kinder nicht zu sehr verwöhnen. Außerdem blieb neben der Betreuung sowieso nicht viel Zeit für Liebe und Zuwendung“, berichtet Hatzinger.

Ein fixer Tagesablauf mit Betreuung und Pflege der Waisenkinder bestimmte den Alltag. Dieser bestand aus Flascherl geben, Füttern, Spielen mit den Kindern im Haus oder im Garten, wickeln, baden und für die Nacht Pyjamas anziehen, dazwischen eine eigene kurze Mittagspause, wo sich die Volontärinnen einfachst selbst versorgten.

Viertel war "nicht ganz ungefährlich"

„Als einzige Weiße in einem nicht ganz ungefährlichen Viertel in Kapstadt beschränkte sich die Freizeit unter der Woche nur auf kurze Supermarktbesuche“, erinnert sich die Laaerin. Dafür hatte Hatzinger viel Zeit um zu lesen, mit ihrem Mann zu skypen oder aber auch mit den Kolleginnen und der Gastfamilie zu plaudern. Am Wochenende unternahmen die drei Frauen gemeinsam einige Ausflüge.

Die zwei Monate in Kapstadt möchte die Bankangestellte keinesfalls missen. Sie erinnert sich gern an die Zeit mit Lloyd, einem kleinen Buben, oder aber auch an Annathi und Perl, kleine afrikanische Mädchen – einige der großen Kinderschar.

„Eines Tages, wenn es Zeit, Geld und vor allem mein Mann Helmut zulassen, werde ich sicher noch einmal nach Südafrika reisen, um in dem Waisenhaus mitzuarbeiten“, kommt Manuela Hatzinger ins Schwärmen. Obwohl ihr Besuch bereits längere Zeit her ist, sind ihre Gedanken noch oft bei der wunderbaren Zeit bei den Waisenkindern in Kapstadt.