Wiener Neudorf

Erstellt am 14. Oktober 2016, 07:14

von Karl Stiefel

Gutachten bestätigt Lücken im Lärmschutz. Gemeinde möchte Anlagen schnell saniert sehen. „Schutzfunktion gewährleistet“ heißt es seitens der ASFINAG.

NÖN/Karl Stiefel, Karl Stiefel

Die Befürchtungen der Gemeinde scheinen sich bewahrheitet zu haben: Laut einem Gutachten zum Lärmschutz der A2 – die NÖN berichtete – scheinen über 60 Prozent aller Anlagen schwerwiegende Mängel aufzuweisen. Das hat der Gutachter Werner Kaufmann Bürgermeister Herbert Janschka, ÖVP, bestätigt.

Dieser vermutet die Ursache bereits in der Errichtung der Wände im Jahr 1994: „Damals dürften die Beton-Elemente unsachgemäß eingesetzt worden sein, wodurch sie sich verschoben haben. Das hat zur Folge, dass der Lärmschutz große Löcher hat, die ihn quasi unwirksam machen. Außerdem kommt Steinwolle in den Wänden zum Vorschein – die gilt als krebserregend.“

Die Erneuerung muss unmittelbar und nicht erst in den kommenden Jahren geschehen.

Bürgermeister Herbert Janschka, ÖVP

Die ASFINAG merkt dazu auf NÖN-Anfrage an: „Die bestehende Lärmschutzwand wurde auf Ersuchen der Gemeinde von einem durch die ASFINAG beauftragten Ziviltechniker Mitte Mai überprüft. In einigen Abschnitten wurden Schäden festgestellt, die Schutzfunktion der Lärmschutzwände, die bis zu fünf Meter hoch sind, ist aber gewährleistet. Aus den Untersuchungen wurde abgeleitet, dass ein Sanierungsprojekt auszuarbeiten ist, um die Abweichungen und Schäden, die altersbedingt sind, zu beheben – das ist auch bereits in Arbeit.“

Weiter heißt es seitens des Erhalters: „Wir kennen dieses angebliche neue Gutachten nicht, wenn wir es erhalten, schauen wir es uns natürlich an. Allerdings haben wir erst im Mai auf Ersuchen der Gemeinde Wiener Neudorf ein Gutachten von einem externen Sachverständigen anfertigen lassen. Dieses ist der Gemeinde seit Mitte Juni bekannt.“

Für Janschka ist das angedachte Sanierungsprojekt jedoch nicht ausreichend, er sieht raschen Handlungsbedarf. „Die Erneuerung muss unmittelbar und nicht erst in den kommenden Jahren geschehen. Am besten wäre, wegen der Gesundheitsgefährdung, sofort damit zu beginnen, aber das ist vermutlich unrealistisch.“

Janschka: Suchen wöchentlich um Termin an

Der nächste Schritt für die Gemeinde ist eine Koordinierung mit der ASFINAG, dem Land Niederösterreich und dem Verkehrsministerium. Bei Letzterem versucht Janschka, seit März einen Termin zu bekommen: „Wir suchen mittlerweile wöchentlich um einen Gesprächstermin an, ursprünglich wegen Tempo 80 auf dem Autobahnabschnitt. Jetzt haben wir zwei Themen, die wir unbedingt klären müssen. Ich hoffe, dass das Gutachten endlich Grund genug ist, um ins Gespräch mit Bundesminister Jörg Leichtfried zu kommen.“