Erstellt am 27. November 2015, 10:24

Acht Babykätzchen vor Kältetod gerettet. Jungtiere wurden in Waldstück in Breitenfurt (Bezirk Mödling) ausgesetzt. Kätzchen werden nun im Wiener Tierschutzverein in Vösendorf behandelt und umsorgt.

 |  NOEN, WTV
Es sind Fälle wie dieser, die gerade in der Vorweihnachtszeit im Wiener Tierschutzverein (WTV) immer wieder für Unverständnis sorgen: Am Donnerstagnachmittag wurden acht junge Kätzchen von der Tierrettung ins WTV-Tierschutzhaus nach Vösendorf gebracht. Zwei Damen hatten die Tiere bei einem Spaziergang mitten in einem Waldgebiet in Breitenfurt bei Wien entdeckt.

Die jungen Katzen hatten sich wegen der Eiseskälte am Donnerstag eng zusammengekauert und wären ohne menschliche Hilfe mit Sicherheit erfroren. Glücklicherweise konnte ihnen der Kältetod erspart werden. Die Fundumstände legen jedenfalls die Vermutung nahe, dass die Tiere einfach rücksichtslos im Wald ausgesetzt wurden.

Katzen sind schwer krank 

Bei der genauen Untersuchung im Wiener Tierschutzverein bot sich ein trauriges Bild. Die Kätzchen, darunter vier Kater und vier Kätzinnen, leiden alle unter akutem Katzenschnupfen und massivem Ohrmilbenbefall. Bei einem Tier ist die virale Infektion sogar so stark, dass ein Auge davon extrem geschädigt ist, welches in der nächsten Zeit entfernt werden muss.

Auch der Ernährungszustand der Tiere – manche von ihnen werden auf zwei Monate, der Rest auf fünf Monate geschätzt, ist besorgniserregend. Besonders die jüngeren Katzen sind stark unterernährt, die älteren Tiere fallen gerade noch in den normalen Bereich. Sämtliche Kätzchen wurden jedenfalls umgehend von den WTV-Tierärztinnen behandelt und erstversorgt und erhalten nun eine entsprechende Therapie.


 
Im WTV sind die Tiere, die nun auf die Namen Jin, Heihachi, Yoshimitsu, Lei, Cammy, Chun, Li und Nina hören (bekannt aus den Computerspielreihen „Tekken“ und „Street Fighter“), mittlerweile schon etwas zutraulicher geworden und nehmen gerne Nahrung an. Daher wagen die Tierärztinnen eine vorsichtig optimistische Prognose.

Sobald sich die Jungkatzen von ihren Strapazen erholt haben, können sie in ein neues Heim vergeben werden. Der WTV bittet die Bevölkerung um Verständnis, dass aktuell noch keine genauen Angaben zur Vergabe gemacht werden können. Auch Vorreservierungen sind nicht möglich. Aktuell stehen die Gesundheit und das Wachstum der Tiere im Vordergrund.

Petrovic: "Unmenschliche Grausamkeit"

„Haustiere auszusetzen ist erstens, streng verboten und zweitens, eine unmenschliche Grausamkeit. Haustiere leiden nicht nur unter Kälte und Futtermangel, sondern vor allem unter dem Gefühl, verstoßen worden zu sein. Bei Jungtieren ist die Situation noch dramatischer. Es gibt für solche Grausamkeiten keinen Grund und keine Entschuldigung“, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic.

Der Tierschutzverein appelliert daher einmal mehr an die Bevölkerung, sich der Verantwortung, die man als Tierbesitzerin und Tierbesitzer mit der Anschaffung eines Haustieres übernimmt, bewusst zu sein. „Wer sich ein Tier zulegt, wer also ein Familienmitglied aufnimmt, ist jedenfalls dafür verantwortlich. In Österreich gibt es genügend Tierpensionen, wie beispielsweise die zum WTV gehörige Tierpension Brunn oder Tiersitterinnen und Tiersitter. Wenn es gar nicht mehr anders geht, so kann man das Tier gegen eine Gebühr beim WTV abgeben“, so Petrovic.