Mödling

Erstellt am 19. Oktober 2016, 07:53

von Christoph Dworak

Mobilitäts-Analyse: Aufatmen in Mödling. In der Bezirkshauptstadt ist ein deutlicher Trend zum Rad fahren(14%) und zum zu Fußgehen (27%) zu merken.

Gute Nachrichten für Verkehrsstadtrat Gerhard Wannenmacher, Grünen: der Mobilitätstrend geht in der Stadt eindeutig zum Radfahren und zum zu Fußgehen.  |  NOEN

Im Auftrag des Infrastrukturministeriums und der Landesregierung wurde das Wiener Unternehmen „Herry Consult“, das sich seit 1984 intensiv mit Themen des Verkehrswesens befasst, mit der Erstellung einer Mobilitätsanalyse beauftragt. Das Angebot, eine derartige Studie auch auf Gemeindeebene herunterzubrechen, hat Mödling angenommen. Die etwa 8.000 Euro seien „gut investiertes Geld“ gewesen, merkte Verkehrsstadtrat & Vizebürgermeister Gerhard Wannenmacher, Grüne, an.

„Wir haben jetzt endlich eine detaillierte Analyse, die uns deutlich vor Augen führt, dass wir bei Diskussionen in den vergangenen Jahren durchaus von falschen Zahlen ausgegangen sind“, ließ Wannenmacher nicht unerwähnt.

1,3 Kraftfahrzeugen pro Haushalt

Die stets ins Treffen geführten „2,5 Pkw pro Haushalt“ seien demnach „immer nur reine Spekulation gewesen. Die Zahl kommt vermutlich daher, dass man sämtliche im Bezirk angemeldeten Fahrzeuge durch die Anzahl der Haushalte dividiert hat. Und darin enthalten ist auch der enorme Fuhrpark von Konzernen wie REWE, die alle MD-Kennzeichen haben.“

Vielmehr sei nun klar, dass es der Bezirk Mödling mit 1,3 Kraftfahrzeugen pro Haushalt zu tun habe, die Stadt Möding gar nur mit 1,1. „Die Studie zeigt uns, dass Mödling gar nicht so autolastig ist wie wir bisher angenommen haben.“

Erfreulich sind auch die Ergebnisse einer Befragung von 250 Mödlinger Haushalten nach dem Mobilitätsverhalten. Demnach sind nur 36 Prozent mit dem Auto, dafür 27 Prozent zu Fuß, 14 Prozent mit dem Rad und gar 22 Prozent mit Öffis unterwegs. „Diese Zahlen zeigen uns, dass wir auf einem sehr guten Weg sind“, freut sich Wannenmacher.

Vor allem im Vergleich zur Stadt Baden. Dort nutzen noch 42 Prozent das Auto, nur 9% das Rad. „Man sieht, dass sich immer mehr Mödlingerinnen und Mödlinger für den Umweltverbund – das ist die Nutzung aller Verkehrsmittel außer Autos – entschließen.“

Kurze Strecken ohne Auto zurücklegen

Die Analyse liefere zudem „wichtige Daten für unsere Orientierung“. Unter anderem gebe es noch Potenzial, um Autofahrten auf kurzen Strecken zu vermeiden; und bei Projekten nicht auf Fußgänger und Radfahrer zu vergessen: „Die Neugestaltung der Schiller-Straße im Bereich Badstraße bis Neusiedler Straße ist da ein sehr gutes Beispiel.“ Nicht zuletzt spreche die Studie auch für die Umsetzung eines weiteren ambitionierten Projekts: „Wir planen, den Bereich Eisentorgasse – Achsenaugasse – Mölkergasse zu einer großen Begegnungszone zu machen.“

Im Vergleich

Stadt Mödling
Auto 36
Öffis 22
Fußgänger 27
Radfahrer 14
Sonstige 1

Bezirk Mödling
Auto 63
Öffis 17
Fußgänger 11
Radfahrer 8
Sonstige 1

Stadt Baden
Auto 42
Öffis 27
Fußgänger 20
Radfahrer 9
Sonstige 2

Die Mobilitätsanalyse wird in einem Verfahren für ganz Europa angewendet. Daher lassen sich Städte und Region vergleichen. Mödling will die Studie in fünf Jahren aktualisieren lassen.