Erstellt am 08. Oktober 2015, 07:02

von Christoph Dworak

"Bekenntnis zur weiteren Betreuung". Budgetmittel bewilligt / Im ersten Nachtragsvoranschlag sind nun auch 32.000 Euro Flüchtlingshilfe inkludiert. Ohne FPÖ-Zustimmung.

Die für Flüchtlingsfragen zuständige Gemeinderätin Andrea Kö begrüßt die Teilnehmer des Infoabends, rechts daneben die Referentin Diana Karabinova.  |  NOEN, Marktgemeinde Perchtoldsdorf

In Perchtoldsdorf sind seit Jänner bis zu 70 Flüchtlinge untergebracht. Zusätzlich zur Flüchtlingshilfe durch die römisch-katholische Pfarre hat sich seit Dezember 2014 „eine außergewöhnlich aktive zivilgesellschaftliche Bürgerbewegung“, das Flüchtlingsnetzwerk Perchtoldsdorf“ gebildet, merkte die zuständige Sozial-Gemeinderätin Andrea Kö, ÖVP, an: „Diese Gruppe umfasst derzeit mehr als 200 Mitglieder und wächst weiterhin.“

Seitens dieser Bürgerinitiative werden unentgeltlicher Deutschunterricht sowie zahlreiche Freizeitaktivitäten für und mit den Flüchtlingen organisiert.

Die Gemeinde unterstütze diese Initiative schon jetzt in vielen Belangen und wolle 32.000 Euro „Flüchtlingshilfe“ im Budget veranschlagen, lautete Kö’s Antrag.

FP-Murlasits ist „gegen Container-Lösungen“

„Man muss auch einmal die andere Seite sehen“, entgegnete Alexander Murlasits, FPÖ, kritisch. „Warum geht man Verpflichtungen ein, wenn man keine Unterkünfte hat?“, kam er auf die aktuelle Quotenregelung (Flüchtlingsaufnahme in der Größenordnung von 2 Prozent der Einwohnerzahl) zu sprechen: „Ich wehre mich gegen etwaige Containerlösungen. Wo Massen vorhanden sind, entstehen Probleme.“ Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, fand dazu klare Worte: „Wir haben nicht nur die gesetzliche, sondern auch die moralische Verpflichtung, Menschen zu unterstützen. Zahlen dürfen da keine Rolle spielen.“

In Perchtoldsdorf habe man schon lange vor der Flüchtlingswelle reagiert. Er selbst sei „auch kein Freund von Massenquartieren. Deshalb ist die Wohnungssuche auch so wichtig“.

Der Antrag sei nichts anderes als „ein Bekenntnis zur weiteren Betreuung der Flüchtlinge in dieser großartigen Form“. Und „keiner zur Eröffnung eines Containerdorfs“.

Die Geldmittel wurden mit Gegenstimmen der beiden FPÖ-Mandatare bewilligt.