Erstellt am 18. August 2016, 02:34

von NÖN Redaktion

Arbeiterkammer-Bilanz: Bares bleibt Wahres . Im ersten Halbjahr forderte die Bezirksstelle Mödling für 128 Arbeitnehmer ausstehende Löhne und Gehälter ein.

Karin Matzinger vom AK-Rechtsschutzbüro NÖ Süd, Bezirksstellenleiterin Susanna Stangl und Kammerrat Patrick Slacik.  |  NOEN, Dworak

„Leider haben es einige Arbeitgeber auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen“, sagt Bezirksstellenleiterin Susanna Stangl. 56 Fälle wurden dem AK-Rechtsschutzbüro Süd übertragen, das die Klagen beim Arbeitsgericht einbringt.

Auch eine Ungarin freut sich dank Unterstützung der AK-Bezirksstelle über eine Nachzahlung. Stangl erinnert an diesen Fall, da „so etwas nicht oft vorkommt und Mut belohnt wird“. Die Ungarin arbeitete in einem Beauty-Salon, mit dem Arbeitsrecht nahm es der Chef aber nicht genau. „So folgte die Anmeldung bei der Krankenkasse zu spät, die Arbeitszeit war mit 30 anstatt der tatsächlich geleisteten 40 Wochenstunden angegeben, und dann wurde noch die Unterschrift unter den Stundenaufzeichnungen gefälscht“, erzählt Stangl.

"Zu uns zu kommen war sehr mutiger Schritt"

Die Frisörin suchte Rat bei der AK Mödling, legte ihre persönlichen Arbeitsaufzeichnungen vor. Nach erster Intervention folgte „eine viel zu geringe Nachzahlung, obendrein begleitet mit Drohungen des Chefs und der Aufforderung, den noch offenen Urlaub während der Kündigungsfrist zu konsumieren. Das geht aber nur nach beidseitiger Vereinbarung, die nicht vorlag“, betonte Stangl.

Insgesamt lagen laut AK-Berechnung für die gesamte Dauer des Dienstverhältnisses Ausstände in Höhe von über 16.000 Euro vor. Da im Kollektivvertrag der Frisöre jedoch eine Verfallsfrist von drei Monaten gilt, konnte der Gesamtbetrag nicht mehr eingefordert werden. Nach einem gerichtlichen Vergleich erhielt die Frau letztendlich 2.000 Euro netto. „Die Entscheidung, sich zu wehren und zu uns zu kommen war ein sehr mutiger Schritt, denn die Frau befand sich noch in einem aufrechten Dienstverhältnis“, sagt Stangl.

Zum Thema

Arbeits- und Sozialrecht
Beratungen: 905
Interventionen beim Arbeitgeber: 128
Kostenloser Rechtsschutz: 56
Außergerichtlich eingebracht: 78.263 Euro
Gerichtlich eingebracht: 60.011 Euro
Insolvenzvertretung: 679.146 Euro
Gesamt 817.420 Euro