Erstellt am 14. Oktober 2015, 06:17

von Gaby Schätzle-Edelbauer und Christoph Dworak

Entlastung oder Umfahrung - Grenzstreit: Einbahn. Gabrielerstraße soll nur noch in eine Richtung befahrbar sein – Mödling und Maria Enzersdorf sind uneins.

Für Mödlings Vizebürgermeister und Verkehrsstadtrat Gerhard Wannenmacher, Grüne, wäre die Gabrielerstraße als Einbahn keine akzeptable Lösung.  |  NOEN, Foto: Dworak
Ein kurzes Straßenstück ist aktuell Zankapfel zwischen Maria Enzersdorf und Mödling. Denn bei der Maria Enzersdorfer Gemeinderatssitzung wurde laut über die Einbahnführung der Gabrielerstraße (klosterseitig) von der Grenzgasse bis und in Richtung Am Steinfeld diskutiert.

Bürgermeister Johann Zeiner, ÖVP, erklärte im NÖN-Gespräch: „Bei uns war es intern schon lange ein Thema. Der Bereich ist doch immer sehr stark verparkt, und wenn auf einer Seite Autos stehen, gibt es sowieso keine zwei Spuren mehr.“

Verschärft werde die Situation noch durch die Kundenfrequenz bei der Buchhandlung und durch die Tatsache, dass die Ausfahrt der schmalen Straße Richtung Norden in einer Kurve liege. Ebendort verlaufen zusätzlich auch noch ein Fuß- und ein Radweg. Zeiner: „Die Situation ist dort sehr unübersichtlich, die Verkehrszeichen werden regelmäßig umgefahren.“

Auch seitens der Buchhandlung wünscht man sich Kurzparkplätze für die Kunden. St. Gabriel hätte nichts dagegen, wenn der Platz vor der Kirche freigehalten werden könnte.
Ergo sei man in der Bezirkshauptmannschaft Mödling mit dem Wunsch nach einer Einbahnstraßenregelung vorstellig geworden, sagte Zeiner.

Geld für Verkehrsplaner nötig

Der Aufschrei auf Mödlinger Seite ließ nicht lange auf sich warten. Eine Einbahnführung bedeute, dass die Gegenrichtung zusätzlich die ohnehin sehr unfallträchtige Kreuzung (obere) Gabrielerstraße/Grenzgasse belaste, glaubt Mödlings Vizebürgermeister Gerhard Wannenmacher, Grüne. „Im Sinne der guten Nachbarschaft hätte ich mir schon bessere Kooperation gewünscht. Mit uns wurde über dieses Vorhaben überhaupt nicht geredet.“

Wannenmacher schlägt vor, dass „beide Gemeinden ein paar Euro für einen Verkehrsplaner zusammenkratzen, der sich ansieht, wie man das Kreuzungsplateau entschärfen könnte“, erst dann könne man sich Gedanken über eine Einbahnführung machen. Mödlings Vizebürgermeister geht sogar so weit, dass er sich „eine Ampel durchaus vorstellen kann“.
Zeiner bleibt zuversichtlich: „Ich sehe einer inhaltlich vernünftigen Lösung mit Mödling mit Optimismus entgegen.“