Erstellt am 29. Oktober 2015, 05:32

von Raphaela Edelbauer und Christoph Dworak

Bezirk Mödling: Gault Millau verteilt drei Hauben. Jubel beim „Stockerwirt“ in Sulz, „spaetrot“ in Gumpoldskirchen und dem Babenbergerhof in Mödling.

Jubel im Babenbergerhof in Mödling (links): Haubenkoch Roman Wurzer (2.v.r.) mit Mario Szücs, Hasan Mohammadi, Simon Pfaffenbichler, Katharina Suda und Dominic Müller (v.l.). Rechts oben: Harald Brunner vom Hauben-Heurigen »spaetrot«. Rechts unten: Katharina und Georg Stocker vom »Stockerwirt« in Sulz haben die Haube »verlängert«.  |  NOEN, Dworak, privat
Als „genau den Bereich, in dem wir uns befinden wollen“, bezeichnet Georg Stocker, Inhaber des „Stockerwirt“ in Sulz die Haube, die man nun schon erfolgreich seit sieben Jahren hält. „Das bedeutet, dass wir uns als gehobenes Landgasthaus positioniert haben. Und beim Gault Millau ist das Verfahren tatsächlich vollkommen anonym, was bedeutet, dass man das Niveau halten muss, egal ob der Tester an einem Mittwoch kommt, an dem wir 100 Mahlzeiten kochen oder an einem Sonntag, an dem wir 400 Mahlzeiten zubereiten“, so Stocker. Das Erfolgsrezept: „Wir sind ein Familienbetrieb, sind stark im Ort verankert und auch als persönlicher Ansprechpartner da.“

Etwas elaborierter ausgearbeitet ist das Prinzip, das hinter Johanna Gebeshubers Heurigenrestaurant „spaetrot“ in Gumpolskirchen steckt. „Wir sind froh, dass das Prinzip, die besten Lebensmittel aus der Region mit einer traditionellen Heurigenküche zu verbinden, gut angekommen ist“, meint Gebeshuber über ihre nunmehr schon dritte Ein-Hauben-Bewertung in Folge. „Unser Koch Harald Brunner schafft es, klassische Speisen immer wieder neu zu interpretieren – dann gibt es bei uns auch einen Schweinsbraten, aber eben etwas extravaganter und mit den besten Produkten.“

Grubenkraut: Raritäten in der Haubenküche

Jetzt gibt’s auch einen Ab-Hof Verkauf. „Und eine Reihe alter Speisen, die man fast schon vergessen hat, die aber zum Kulturgut der Region gehören, wie beispielsweise das Grubenkraut.“

Groß ist die Freude im Babenbergerhof in Mödling – er darf sich wieder Haubenlokal nennen. Damit hat sich der Coup von Babenbergerhof-Chef Carl Breyer bereits gelohnt, der im Vorjahr Zwei-Hauben-Koch Roman Wurzer, „Junger Wilder 2010“, nach Mödling zurückgeholt hatte. „Wir wollen gemeinsam mit Roman Niveau und Qualität heben“, merkte Breyer damals an. Und Wurzer, ein Mödlinger, hat „Bühne und Freiraum genutzt“ und sich eine Haube erkocht – die Zwei-Hauben-Auszeichnung ist durch den Haus-Wechsel verfallen. „Ich denke, meine kreativen Einflüsse wurden honoriert“.

Teurer werde man nicht: „Wir verwenden immer noch dieselben Produkte“, meint Wurzer. Wo man die Haube in jedem Fall merken werde, sei der neu geschaffene „salon b“, wo Donnerstag-, Freitag- und Samstagabend „kreative und überraschende Degustationsmenüs in einem eigens dafür geschmückten Bereich serviert werden“, merkt Breyer stolz an.

Sind Euch "Hauben" bei der Lokalwahl wichtig? Stimmt ab!