Mödling

Erstellt am 17. November 2017, 04:31

von Christoph Dworak

Hintner steht nun doch auf der ÖVP-Liste. Mödlings Stadtchef, seit 1998 auch im Landtag, will es doch noch einmal wissen: „Wenn es eine Chance gibt, muss man dafür kämpfen.“

Landesrätin Petra Bohuslav (8.v.r.) war bei der Präsentation der ÖVP-Kandidaten in Gießhübl mit dabei. Die beiden aktuellen Landtagsabgeordneten Martin Schuster (7.v.l., Spitzenkandidat) und Hans Stefan Hintner (r.) sind wieder mit dabei.  |  ÖVP Mödling

Die Nationalratswahlen sind geschlagen, das Bezirks-Quartett Gabriele Heinisch-Hosek, SPÖ, Guntramsdorf, Christian Höbart, FPÖ, Guntramsdorf, Robert Lugar, FPÖ, Perchtoldsdorf, und Peter Kolba, „Liste Pilz“, Laab im Walde, wurde in der Vorwoche angelobt. Nicht mehr dabei sind Hannes Weninger, SPÖ, Gießhübl, Gertrude Aubauer, ÖVP, Hinterbrühl, in eine weitere Legislaturperiode gehen Heinisch-Hosek, Höbart und Lugar.

Am 28. Jänner 2018 sind die Wählerinnen und Wähler erneut aufgerufen, ihr Kreuzerl zu machen; die Landtagswahl steht an.

Grundsätzlich keine Überraschung bei der ÖVP: Martin Schuster, Bürgermeister in Perchtoldsdorf, seit 2008 im Landtag, geht erneut als Nr. 1 – auch wenn es die wegen der Vorzugsstimmen-Regelung der ÖVP eigentlich nicht gibt – in die Wahl. Sehr wohl überraschend ist das Antreten von Mödlings Bürgermeister Hans Stefan Hintner. Der sollte nach 19 Jahren im Landtag eigentlich in den Nationalrat wechseln, scheiterte jedoch im harten Vorzugsstimmen-Ringen an Regionalwahlkreis-Konkurrentin Carmen Jeitler-Cincelli aus Baden. Jetzt steht er auf Platz 15 der Bezirks-Landtagsliste.

„Ich war bei den Nationalratswahlen die klare Nummer 1 im Bezirk Mödling und möchte meine politische regionale Arbeit gerne fortsetzen“, begründet Hintner die Entscheidung. Zudem verspüre er „großes lokales Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger. Es ist mir auch ein Anliegen, Hanni Mikl-Leitner und die ÖVP tatkräftig zu unterstützen“. Die Chancen auf den Erhalt des zweiten ÖVP-Mandats stuft Hintner als „durchaus intakt ein. Und wenn es eine Chance gibt, dann muss man dafür kämpfen“.

Hannes Weninger am Sprung nach St. Pölten

Die Bezirks-SPÖ hat die personellen Weichen schon vor dem Sommer gestellt. Hannes Weninger geht als Spitzenkandidat ins Rennen, sein Wechsel vom Nationalrat zurück in den Landtag ist so gut wie fix, zumal ihn Landesparteivorsitzender Franz Schnabl ersucht hat, im neuen SP-Landes-Team mitzuwirken. Über die Bezirksliste wird der Sprung nach St. Pölten nicht zu schaffen sein, daher wird Weninger auch einen Platz auf der Landesliste erhalten. Weninger würde sich über die Aufgabe freuen: „An einem neuen Niederösterreich nach Erwin Pröll mitzuwirken und meine bundes- und europapolitische Erfahrung einzubringen, ist eine reizvolle Herausforderung“. Weninger hat dem NÖ-Landtag bereits von 1997 bis 2008 angehört – in den letzten fünf Jahren fungierte er sogar als Klubobmann.

E-Mailaffäre macht’s bei den Grünen spannend

Spannend wird es einmal mehr bei den Grünen, die lange vor den aktuellen Ereignissen in Guntramsdorf Monika Hobek-Zimmermann zur Spitzenkandidatin gekürt haben. Nach der E-Mailaffäre – Hobek-Zimmermann soll im Rahmen des Gerichtsverfahrens Gemeindeinterna an die Gegner (WT80) geschickt haben – wurde sie von Robert Weber, SPÖ, ihrer Funktion als Vizebürgermeisterin enthoben. Einen Mandatsverzicht schloss sie aus. „Ich bleibe auch Spitzenkandidatin“, bekräftigte sie zudem im NÖN-Gespräch.

NEOS im Landtag, andere überlegen noch

Mit ziemlicher Sicherheit wird es künftig wohl auch eine NEOS-Landtagsabgeordnete aus dem Bezirk Mödling geben. Landessprecherin Indra Collini aus Brunn geht gar als Landesspitzenkandidatin ins Rennen. An der Bezirksliste werde noch gearbeitet, merkte sie auf NÖN-Anfrage an.

Im Landtag bleiben will auch Herbert Machacek aus Perchtoldsdorf. Der ehemalige „Team Stronach“-Abgeordnete überlegt aber gemeinsam mit Mitstreitern wie Ernest Gabmann jun. oder Gabriele Gimborn noch „wie und unter welchem Namen“. Ex-Kollege Walter Laki aus Mödling hingegen beendet die Polit-Karriere. Er war seit 2013 im Landtag und zu Beginn Stronach-Landtagsklubobmann. Nur wenige Monate nach Amtsantritt wurde er nach einer klubinternen Auseinandersetzung um die Zustimmung zum Landesbudget durch Gabmann junior abgelöst. Laki ist auch Präsident der „high tech society austria“. In dieser Funktion will sich Laki in den kommenden Monaten intensiv darum bemühen, einen Robotik-Fachhochschul-Lehrgang nach Mödling zu holen – die NÖN berichtete.

„Pilz“ vielleicht, FPÖ feilt noch an der Liste

Spannend ist auch, ob die „Liste Pilz“ – unter welchem Namen auch immer – eine Bezirksliste aufstellen wird. Peter Kolba aus Laab im Walde ist nach dem Ausscheiden von Peter Pilz zum Klubobmann im „Pilz“-Nationalratsteam avanciert. Über das Antreten bei der NÖ-Landtagswahl gebe es „noch keine Entscheidung. Es müssten sich aber örtliche Initiativen finden. Wenn die mit unseren Zielen übereinstimmen, werden wir sie auch unterstützen“.

Die FPÖ lässt sich mit der Bezirksliste noch Zeit. Mitte November soll es so weit sein, betonte Bezirksparteichef Christian Höbart.