Erstellt am 17. Mai 2017, 02:05

von Karl Stiefel und Christoph Dworak

Schuster: "Ende für die Stammwähler“. Mit Sebastian Kurz an der Spitze der Bundes-ÖVP werde sich einiges ändern, meint der Bezirksparteichef.

Sebastian Kurz  |  APA

Sebastian Kurz, ÖVP, innerparteilich am Wochenende mit allen nur erdenklichen Vollmachten ausgestattet, ist mit seiner Forderung nach Nachwahlen auf offene Ohren gestoßen. Die Opposition im Hohen Haus, FPÖ, Grüne und Team Stronach, bringen heute, Mittwoch, einen entsprechenden Antrag ein. Terminlich so abgestimmt, um die Arbeit des Eurofighter-U-Ausschusses zu gewährleisten. Im Oktober werden die Wählerinnen und Wähler dann zu den Urnen gebeten.

ÖVP-Bezirksparteichef & Landtagsabgeordneter Martin Schuster, Bürgermeister in Perchtoldsdorf, hält viel von Sebastian Kurz: „Er hat gleich eine klare Linie vorgegeben, was er sich wie vorstellt.“ Es sei auch legitim, personell auf Personen ohne Parteibuch zurückgreifen zu wollen. „Diese moderne Plattform wird auch schon in den Gemeinden gelebt.“ Mit Kurz werde „neuer Schwung in den Wahlkampf und in die Wahl kommen“, ist Schuster überzeugt. Er geht davon aus, dass sich die „politische Landschaft dramatisch ändern werde: „Das Wort ,Stammwähler’ wird ein Ausdruck für die Geschichtsbücher werden.“ Die Neuwahl sieht Schuster mit dem Zugpferd Kurz als „unsere große Chance“.

SPÖ-Bezirksparteivorsitzender & Nationalrat Hannes Weninger, Gießhübl, geht mit der ÖVP hart ins Gericht: „Ich bin zutiefst enttäuscht, wie man mit Reinhold Mittlerlehner umgegangen ist und dass die ÖVP die Koalition gesprengt hat. Ich hoffe, dass zumindest noch die Reformvorhaben beschlossen werden.“ Andererseits seien Neuwahlen zu erwarten gewesen, merkte Weninger an: „Die ständigen Querschüsse waren unerträglich. Ich hoffe, dass die Ich-AG Sebastian Kurz künftig auch an Österreich denkt und sich bei Auseinandersetzungen nicht im Ausland versteckt.“ Alles in allem ist Weninger zuversichtlich: „Die SPÖ wird mit einem Vorsprung aus der Neuwahl gehen.“

FPÖ-Bezirksparteiobmann & Nationalrat Christian Höbart, Guntramsdorf, sieht „unsere Forderung nach Beendigung des rot-schwarzen Chaos’ erfüllt“. Die FPÖ gehe gelassen in die Neuwahlen, zumal „wir die Unaufgeregtesten sind“. Mit Heinz-Christian Strache als Spitzenkandidat sei „gewährleistet, dass Österreich nicht zu kurz kommt“, übt dich Höbart in Wortspielen.

Robert Lugar will wieder „mitspielen“

Der Perchtoldsdorfer Robert Lugar ist „Stronach“-Klubobmann im Parlament. Er wird sich „in jedem Fall der Neuwahl stellen. Wir wollen treibende Kraft bleiben“. Was er noch nicht sagen kann, sind die Umstände, unter die Lugar & Co antreten werden. „Die werden noch zu klären sein“. Als Team Stronach werden die Kandidaten nicht mehr aufscheinen, Frank Stronach hat sich aus der Politik zurückgezogen.

Christian Apl, Bezirkssprecher der Grünen, Perchtoldsdorf, gibt sich vorsichtig: „Ich sehe in Neuwahlen keine Lösung der bestehenden Probleme. Es gibt noch zu viele offene Fragen, die auf Beantwortung warten. Ich hoffe, dass wir nach den Neuwahlen endlich in klaren Strukturen arbeiten können.“

Die Brunnerin Indra Collini, ist Landessprecherin der NEOS. Für sie sind Neuwahlen „die richtige Maßnahme in der aktuellen Situation, da die Regierung nicht mehr regierungsfähig ist. Dabei dürfen die in Arbeit befindlichen Reformpakete nicht auf der Strecke bleiben.“