Erstellt am 22. Juni 2016, 12:35

von Judith Jandrinitsch

„Taschler-Omi“ lebt für Blasmusik. Als „Taschler-Omi“ ist die agile 90-Jährige eine ortsbekannte Persönlichkeit. Jetzt spendet sie ihr Geburtstagsgeld.

Gerhard Arnhold, musikalischer Leiter der Blasmusik, bekommt von Johanna Taschler den Scheck von 5.600 Euro überreicht - ihr Geburtstagsgeld. Auch Ortschefin Beatrix Dalos war bei der Übergabe dabei.  |  NOEN, Judith Jandrinitsch

Das Leben hat Johanna Taschler eigentlich nichts geschenkt. Angefangen von der schweren Arbeit in ihrer Jugend in der Landwirtschaft, ist sie schon seit 51 Jahren verwitwet. „Mein Mann war älter als ich, er ist mir vorausgegangen“, ist Johanna Taschler überzeugt, die trotz aller Schicksalschläge nie ihre positive Ausstrahlung und ihre Lebenslust verloren hat. Mit der neu gegründeten Biedermannsdorfer Blasmusik verbindet sie eine ganz besondere Beziehung.

„Wir waren acht Kinder zuhause. Da gab’s keine Zeit und auch kein Geld, um ein Musikinstrument zu lernen“, erzählt Taschler, warum es sie umso mehr freut, der Blasmusik jetzt finanziell unter die Arme zu greifen. „Ich bin keine Idiotin, sondern eine Patriotin“, sagt sie mit Überzeugung.

„Jeder, der mi mog, der kummt.“

Ausschlaggebend dafür war ihr 90. Geburtstag, den sie am 7. April dieses Jahres feierte. „Es war mein innigster Wunsch, diesen Geburtstag so zu gestalten, wie ich will. Bisher haben meine Kinder die Geburtstage arrangiert“, erzählt die rüstige Jubilarin. Der Tag begann mit einer Festmesse, das Motto der Feier lautete: „Jeder, der mi mog, der kummt.“ Letztendlich fanden sich fast 500 Gäste in der Jubiläumshalle ein. Immer, wenn es sie irgendwo zwickt oder zwackt, befiehlt sie sich die 12-fache Oma, die mittlerweile auch 15 Urenkerl hat, selbst: „Urli, setz di nieder und sei still“, denn sie betrachtet es als Geschenk, dass sie in ihrem Alter noch so fit ist. „Man darf nicht aufgeben. Meine Devise war immer: Dabei sein ist alles.“

Taschler ist nach wie vor Obfrau des Clubs Spätlese. „Und alle 14 Tage lade ich meine Mädchen von 53 bis 87 Jahren zum Damenheurigen ein, denn in dem Alter trifft man sich besser alle zwei Wochen“, schmunzelt sie.

Stolz ist sie auch auf ihre Familie. Sohn Friedrich baute die ehemalige Landwirtschaft zum Heurigen Taschler aus, Sohn Hans begründete das Dreimäderlhaus in Münchendorf, wo heute bereits ihre Enkeltochter Chefin ist.