Erstellt am 28. April 2016, 05:14

von Raphaela Edelbauer

Kern wird angebohrt. Das Zentrum soll bald einen Platz beinhalten, der zum Aufenthalt einlädt - ganz zufrieden sind dennoch nicht alle.

Der beliebte Donatus-Brunnen wurde bereits abgebaut: Seine Neuerrichtung wird den Umbau des Ortszentrums abschließen.  |  NOEN, Schätzle

Ein Verschwenk der Straße am Franz Anderle-Platz, ein dadurch entstehender Vorplatz vor dem Gemeindeamt und eine – hoffentlich – gut funktionierende Anbindung an den bereits fertiggestellten Franz-Weiß-Platz: So ist der Umbau des Brunner Ortszentrums geplant.

Bürgermeister Andreas Linhart (SPÖ) ist zufrieden mit der Art, wie sich die Bauarbeiten entwickeln. „Bisher sind vor allem Vorbereitungsarbeiten zum Verschwenk im Gange, die aber nicht stattfinden werden, ehe die Baustelle bei der Liechtensteinstraße abgeschlossen ist; die soll als Ausweichstrecke zur Verfügung stehen.“

Geschäftslokal ist auch angedacht

Er denke auch, dass die räumliche Veränderung zu einer Verbesserung der Aufenthaltsqualität führen werde: „Die Leute, die Amtswege zu erledigen haben, werden sich dort bewegen und auch sonst wollen wir, dass die Kommunikation angeregt wird. Wir wollen auch ein kleines Geschäftslokal – wahrscheinlich eine Eisdiele oder Ähnliches – unterbringen.“

Der Kostenpunkt für den gesamten Umbau: etwa 1,7 Millionen Euro.

Anderer Meinung ist Vizebürgermeister Gerhard Feichter (ÖVP): „Ich glaube nicht, dass das Ganze etwas bringen wird. Erstens war es bereits eine Fehlplanung, als wir nach Monaten der Verhandlungen draufkamen, dass manches vom Denkmalamt gar nicht genehmigt wird.“ Damit meint er vor allem den Abbau des Donatus-Brunnen sowie die Bestimmung, dass nichts höher aufragen dürfe als dieser. „Auch die Leitungen hätten nicht unbedingt jetzt erneuert werden müssen. Alles muss irgendwann modernisiert werden, aber es gab im Moment keinen Anlass dazu.“

SPÖ: Sanierung war überfällig

Vizebürgermeister Matthias Müller, SPÖ, sieht dies anders: „Nachdem vor zwei Jahren die Hauptwasserleitung geplatzt ist, war diese Sanierung überfällig. Und es wäre ein vollkommener Blödsinn, dem nicht gleich die Neugestaltung anzuschließen, wenn man schon dabei ist.“

NEOS-Gemeinderat Christian Schmitzer ist in der Umbau-Projektgruppe engagiert und freut sich, dass „etwas in Schwung kommt. Viele meiner Freunde, die nicht aus Brunn sind, nehmen uns eher als ein etwas uncharmantes Straßendorf wahr“.

Aus seiner Sicht sei die Neugestaltung ein anderes Kapitel als die Sanierung. „Das sollte man getrennt betrachten, auch finanziell. Natürlich ist verständlich, dass man aber nicht zweimal die Straße aufstemmen will.“

Zeitplan

  • Momentan werden Vorbereitungen zur Verschwenkung der Fahrbahn durchgeführt. Diese sollten in den nächsten Tagen abgeschlossen werden.

 

  • Danach werden die Einbauten erneuert: Kanal, Wasserzuleitung und Co. werden saniert. Bis August sollten dies fertiggestellt sein.

 

  • Die eigentliche Verlegung der Fahrbahn wird erst nach der Fertigstellung der Liechtensteinstraßen-Baustelle erfolgen. Ab August wird damit begonnen.

 

  • Die Außenanlagen am Amtshaus werden parallel dazu saniert und umgebaut. Bis Herbst 2016 ist die Fertigstellung geplant.

  • Als letzter Schritt nach Pflasterung und Letztschliff wird der Donatusbrunnen wieder aufgebaut. Ein kleiner Gastrobetrieb am Areal ist geplant.