Erstellt am 19. Februar 2016, 07:14

von Raphaela Edelbauer

Biber findet Zuhause. Endlich wurde für den Brunner Biber Ferdinand ein neues Domizil gefunden. Bald soll er nach Ungarn ziehen.

»Ferdinand« (Symbolfoto) darf weiterleben: er soll nach Ungarn abgesiedelt werden.  |  NOEN, privat

Im Bereich der AURA-Siedlung nahe der Südstadt hat sich ein Biber angesiedelt – im Retentionsbecken. Seit September des Vorjahres gibt es einen gültigen Bescheid der Landesregierung, der gemeinsam mit dem Bibermanagement des Landes erlassen wurde. Demnach darf der Biber, der den Namen „Ferdinand“ erhielt, lebend gefangen, abgesiedelt oder erschossen werden; die NÖN berichtete mehrmals.

NEOS-Mandatar Wolfgang Hucek, von Anfang an „Biberbeauftragter“, vermeldet nun, dass für den Nager endlich Platz gefunden wurde: „Die behördliche Genehmigung ist gerade in Bearbeitung, aber ich kann schon so viel sagen, dass er nach Ungarn abgesiedelt wird.“

Spenden für Transport und Futter

Die Person, die sich zur Übernahme bereit erklärt habe, sei über einen NÖN-Artikel aufmerksam geworden. „Jetzt müssen wir aber noch Spenden lukrieren, denn der Transport, das Futter und die Kosten für die Person, die den Biber holt, müssen bezahlt werden. Die Firma OBI ist zu ihrem Wort gestanden und bezahlt 900 Euro. Auch private Spender haben bereits zugesagt.“

Eine zweite Möglichkeit sei, mit entsprechenden baulichen Maßnahmen für den Hochwasserschutz zu sorgen, dem Biber nicht entgegenwirken können, meinte mit Alexander Dusch ein weiterer Biber-Retter. „Natürlich wäre es die allerbeste Möglichkeit, wenn für Biber hier generell eine Möglichkeit geschaffen würde. Die Schwechat ist voll mit Bibern; man kann nicht ausschließen, dass ein Biber wieder ins freie Revier nachzieht.“ Deswegen hofft er nun, im Rahmen des Gutachtens eine Möglichkeit zu finden, wie der Hochwasserschutz mit den Tieren vereinbar sein könnte.

Biber sollte nie getötet werden

AURA-Pressesprecher Manfred Knotzer ist froh, dass eine Lösung in Sicht ist: „Unsere Intention war es niemals, den Biber zu töten, sondern den Hochwasserauflagen der Behörden gerecht zu werden.“ AURA hätte nur, da niemand seitens der Ämter die Initiative ergriffen hätte, den Biber quasi „geerbt“.

Aber, so Knotzer: „Jetzt wartet noch die Herausforderung, dieses sehr intelligente Tier auch einzufangen. Danach könnten wir endlich damit beginnen, das von ihm geschaffene Becken trockenzulegen.“