Erstellt am 17. Dezember 2015, 06:53

von Gaby Schätzle-Edelbauer

Vorläufiges Aus für Taxiunternehmen. Satte 3,9 Mio Euro wurden bei der Insolvenz des Brunner Öko-Taxis MM Fuhrparkmanagement als Forderung gemeldet.

Um es gleich vorwegzunehmen: Bei der Firma Öko-Taxi MM Fuhrparkmanagement, die Insolvenz angemeldet hat, handelt es sich nicht um das ebenfalls in Brunn gemeldete Unternehmen Öko-Taxi Fock. Zwar wurde Firmenchef Gerald Fock schon gelegentlich darauf angesprochen, doch er konnte dementieren: „Das sind natürlich nicht wir.“

Von den insgesamt 79 Gläubigern sind 59 Dienstnehmer, der Rest sind allgemeine Gläubiger. Die Forderungen, die angemeldet wurden, belaufen sich auf stolze 3,9 Millionen.

Auf die NÖN-Frage, wie es sein kann, dass ein Taxiunternehmen einen derartigen Schuldenberg anhäuft, hat Margot Piller von der Insolvenzabteilung des damit betrauten Rechtsanwaltsbüros (Masseverwalter Bernhard Schatz aus Baden) eine Antwort:

Durch Finanzamt und Kassa in den Ruin?

„Von den 3,9 Millionen, die angemeldet sind, werden 3,5 Millionen Euro bestritten. Zu dieser horrenden Summe kommt es durch die von Behörden – im Wesentlichen dem Finanzamt und der Krankenkasse – angegebenen Überschätzungen.“

Seitens der Gebietskrankenkasse gebe es beispielsweise eine Forderung von 600.000 Euro. Piller: „Bei derartigen Summen wird es sicher nicht bleiben, das wird man sich nochmals anschauen müssen.“ Seitens der Dienstnehmer gibt es lediglich 60.000 Euro Forderung in Form von Endigungsansprüchen. Piller: „Das ist bei knapp 59 Dienstnehmer eine eher geringe Summe.“

In der Vorwoche gab es eine Tagsatzung. Das anfänglich eröffnete Sanierungsverfahren wurde mangels Finanzierbarkeit zurückgezogen. Allerdings wird ein neuer Sanierungsplan überlegt.

Das Unternehmen wird nun verwertet, eine genaue Quotenprognose sei derzeit noch nicht möglich. Eine zuvor aushaftende Stammeinlage sei inzwischen zur Gänze bezahlt worden.

Das Unternehmen hatte 98 Prozent Hybridtaxis und zu zwei Prozent Elektrotaxis im Einsatz.