Erstellt am 23. Oktober 2015, 11:46

Caritas schafft Flüchtlingsquartier im Kloster St. Gabriel. Caritas hat Flüchtlingsquartier nahe Traiskirchen eröffnet, um obdachlosen Flüchtlingen eine Bleibe zu geben. Schwertner: „Wir brauchen hier noch dringend Sachspenden und Freiwillige!“

 |  NOEN, Gutschman/Wikimedia Commons
Die Caritas hat ein Grundversorgungsnotquartier für obdachlose Asylwerber im Kloster St. Gabriel in Maria Enzersdorf eröffnet.

„Nacht für Nacht finden hier knapp 100 Männer, Frauen und Kinder ein wärmendes Dach über dem Kopf. Es sind Menschen, die zuvor in die Obdachlosigkeit entlassen wurden“, sagt Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien.

„Parolen schaffen keinen einzigen Quartiersplatz"

Mit Blick auf die jüngsten Aussagen der Innenministerin, die gestern bei einem Besuch in Spielfeld eine „Festung Europa“ gefordert hatte, appelliert Schwertner: „Parolen schaffen keinen einzigen Quartiersplatz. Wir brauchen Sachlichkeit und Vernunft. Denn nach wie vor gibt es obdachlose AsylwerberInnen, für die der Bund die gesetzliche Verantwortung trägt. Tag für Tag treffen wir beim Caritas Omni.Bus in Traiskirchen auf Männer, Frauen und Kinder, die vor verschlossenen Toren stehen. Das ist angesichts sinkender Temperaturen nichts als verantwortungslos.“

Gleichzeitig hält er fest:  „Als Caritas begrüßen wir die eingeleiteten Reformen und Verbesserungen für schutzsuchende Menschen in der Erstaufnahmestelle. Diese Reformen waren längst überfällig. Doch umgekehrt ist klar: Wer die Obdachlosigkeit in der Erstaufnahmestelle verringert und sie gleichzeitig vor die Tore des Erstaufnahmezentrums verlagert, handelt zynisch. Hier stranden Menschen in Pfarren, Notquartieren und Transitquartieren in Niederösterreich und anderen Bundesländern. Viele von ihnen sind aufgrund dieser Situation nicht krankenversichert. Die Grundversorgung, die ihnen zusteht, können sie aufgrund einer fehlenden Meldeadresse nur schwer geltend machen. Hier wird nicht nur gegen die Grundversorgungsvereinbarung verstoßen, sondern auch gegen geltendes EU-Recht und die UN-Kinderrechtskonvention. Lösungen anstelle starker Worte wären wünschenswert.“

Dringend Freiwillige und Sachspenden benötigt

Schwertner bittet die Zivilbevölkerung um weitere Unterstützung in der aktuellen Situation. „Die Menschen in unserem Land sind hilfsbereit. Das wurde in den vergangenen Wochen sehr oft deutlich. Und klar ist: Diese Hilfe wird weiter dringend gebraucht. Aktuell im Süden Österreichs an den Grenzübergängen, aber auch in und um Traiskirchen“, so Schwertner.

Aktuell werden benötigt:

+ Obst
+ Gemüse (Paprika, Gurken, Tomaten)
+ Käse (Schafs-, Schnitt-, Streich- und Frischkäse)
+ Humus
+ Thunfisch, Sardinen, Oliven
+ Weißbrot/Fladenbrot
+ H-Milch
+ Lösskaffee
+ Kakao
+ Honig, Marmelade, Nutella
+ Süßigkeiten, Datteln, Nüsse
+ Kuchen, Striezel, Kekse
+ Dicksaft/Sirup, Kindersäfte

Dringend gesucht werden zudem Freiwillige, die bei der Versorgung der Flüchtlinge helfen:

Freiwillige Helfer (für 16.10. - 25.10.)
https://caritas-wien.doodle.com/poll/k83zc9izzty4i8nv

Freiwillige HelferInnen (für 26.10. bis 02.11.)
https://caritas-wien.doodle.com/poll/zyaksq7wfu88q4qs

Sachspenden können täglich von 7 bis 22 Uhr in der Gabrielerstraße 171 in Maria Enzersdorf abgegeben werden.