Erstellt am 18. Dezember 2015, 05:38

von Christoph Dworak

Danke für den 60er. Burghard Plainer, Standortleiter des Landesklinikums Mödling, über die dramatische Zeit anno 2006 und seine Jubiläen.

Primarius Burghard Plainer feierte seinen 60er und ist Kollegen und seiner Eva dankbar, dass er den noch erleben durfte.  |  NOEN, Christoph Dworak
Burghard Plainer ist 60 geworden. Zum Glück. Denn es ist fast exakt 10 Jahre her, als der gebürtige Wiener dem Tod förmlich von der Schaufel gehüpft ist. „Ich hab mir im Fernsehen den Villacher Fasching angeschaut und noch gesagt: ,Der gefällt mir heuer gar nicht. Den schau‘ ich mir nimmer an‘.“ Beinahe ist’s tatsächlich dazu gekommen. Plötzlich spuckt Plainer Blut, kurze Zeit später liegt er in der Intensivstation und dann „unter Reanimationsbedingungen am Operationstisch“ seines Spitals. Die Kollegen Primarius Heinz-Dieter Sponer sowie die Oberärzte Johannes Lechner und Rudolf Scharizer, das Intensivteam unter Führung von Oberarzt Peter Gurresch und Plainers Frau Eva in der Funktion als Anästhesistin – retten durch einen Noteingriff sein Leben.

Tabletten können Bettruhe nicht ersetzen

„Die Zeit damals war sehr hektisch. Die Frage nach dem Standort des Krankenhauses – Mödling oder Baden oder doch je einer – war zu entscheiden. Ich habe eine Verkühlung übergangen, eine Tablette nach der anderen genommen, um fit zu bleiben. Im Nachhinein gesehen war das der falsche Weg.“

Zur akuten Lugenentzündung kam die Magenblutung hinzu: Lebensgefahr. Der Weg zurück war für Plainer ein beschwerlicher. „Es hat mich sehr viel Kraft gekostet, wieder ins Leben zurückzufinden.“

Zudem habe er am eigenen Leib verspürt, was seine Patienten Tag für Tag erleben und mitmachen: Plainer ist seit 1988 Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin. „Es war für mich von Beginn an spannend, situativ und fächerübergreifend reagieren zu können – und den Erfolg unmittelbar am Patienten zu sehen“, erklärt er die Entscheidung für eben jene medizinische Fachrichtung.

Womit sich ein weiterer Jahrestag jährt. „Im Frühjahr 1992 habe ich mich in Mödling um das Primariat beworben“ – 1981 hat er ebendort die Turnusausbildung absolviert. „Gehört habe ich ein halbes Jahr nichts. Bis im Dezember das Telefon geklingelt hat: ,Sind Sie noch interessiert?‘“
Seit fast 23 Jahren ist Plainer Vorstand der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin, zudem fungiert er als medizinischer Standortleiter des Landesklinikums Mödling.

Seit seiner Heirat mit seiner Eva – ebenfalls eine Intensivmedizinerin, allerdings in Krankenhaus Hietzing – ist Plainer am Bahnhofplatz in Mödling sesshaft (seit 1996), hat sich auch aktiv ins Geschehen rund um die Neugestaltung des Bereichs eingebracht: „Ich hoffe, dass die Stadtverantwortlichen künftig uns Bewohner einbinden, bevor sie uns wieder mit einem fertigen Projekt konfrontieren.“

Beruflich will er noch bis 65 in Amt und Würden bleiben: „2017 wird unser Klinikum fertig, dann möchte ich noch drei Jahre das Arbeiten im Neubau genießen.“