Erstellt am 27. Januar 2016, 05:08

von Johannes Taschler

Unruhe in der Volksschule Biedermannsdorf. Flüchtlinge bekommen Unterricht in Räumlichkeiten der Volksschule. Eltern sorgen sich, Bürgermeisterin bleibt entspannt.

Beatrix Dalos, ÖVP  |  NOEN, Gerald Burggraf
Seit Kurzem diskutiert man über 20 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die in den unteren Volksschulklassen anwesend gewesen sein sollen. Diese Meldung sorgte bei vielen Eltern für großen Unmut. „Man hätte die Eltern informieren müssen“, beschwert sich Gemeinderat Christoph Luisser, FPÖ, der gerade dabei ist, die Rechtsgrundlagen zu prüfen. Bürgermeisterin Beatrix Dalos, ÖVP, beschreibt die Aufregung als unbegründet. Es handle sich nur „um acht Teilnehmer eines Deutschkurses der Volkshochschule, der dreimal in der Woche für jeweils 1,5 Stunden in einem ungenutzten Raum stattfindet“, reagiert sie im NÖN-Gespräch.

Auch Pädagogin Regine Herdlicka beruhigt die angespannte Situation: „Letzte Woche fand der Kurs das erste Mal statt. Aus diesem Anlass begrüßten wir die Jugendlichen mit einem Lied in der Aula. Die Kinder hätten die Jugendlichen sonst nicht einmal bemerkt.“

„Kinder haben keine Berührungspunkte“

Dalos hätte die Sache „im Vorfeld mit der Schulleitung abgeklärt. Auch Beate Bauer-Wolf, unsere Pflichtschulinspektorin, ist informiert. Der Raum stünde ohnehin leer, warum also nicht sinnvoll nützen. Die Kursteilnehmer sind außerdem alle hier gemeldet und stammen aus dem ,Tralalobe-Haus‘. Einer der Teilnehmer ist sogar Familienvater von vier Kindern und lebt in einem Einfamilienhaus im Ort“. Es handle sich um Afghanen und Syrer, war im Tralalobe-Haus zu erfahren.

„Stellen Sie sich vor, Ihre 7-jährige Tochter trifft auf der Toilette auf einen 18-jährigen, 1,80 Meter großen Mann unbekannter Herkunft. Das ist unvereinbar und hat in einer Volksschule nichts verloren“, heißt es in einem anonymen Beschwerdemail eines Elternteils.

Dalos reagiert prompt: „Es stellt kein Problem dar, dass der Kurs am Vormittag stattfindet. Die Kursteilnehmer benützen im Bedarfsfall das Lehrer-WC. Eine Begegnung während der 1,5 Stunden ist ausgeschlossen.“