Erstellt am 23. Dezember 2015, 05:33

von Christoph Dworak

Dickens wäre stolz. Diese „Weihnachtsgeschichte“, dargeboten vom sensationellen teatro-Ensemble, hat Zukunft.

Regisseur Alexander Medem, Autor Norbert Holoubek, Kulturstadträtin Karin Wessely und Intendant Norberto Bertassi.  |  NOEN, Dworak
Ein Lederfauteuil, ein variabler Zylinder als Tisch, Schublade und Abstellfläche, dezente, nie störende Projektionen formen ein einfaches, dafür umso stimmigeres Bühnenbild. Aufwändige Kostüme, berührende Dialoge, musikalische Ohrwürmer und ein sensationell aufgestelltes teatro-Team machen die „Weihnachtsgeschichte“ frei nach Charles Dickens zum Erlebnis.

Anders als bei den Sommerproduktionen hat Textautor Norbert Holoubek auf komödiantische Passagen verzichtet. Die Wandlung des ewig grantelnden Ebenezer Scrooge zum Welt- und Menschenversteher bedarf Nachdenkphasen. Auch beim jungen Publikum.

Das Wichtigste ist, dass sich nicht nur bei den jüngeren Gästen einprägt, dass der Sinn für „Zahlen, Fakten, Zukunftsplanung“ insbesondere am Weihnachtsabend nichts verloren hat. Zusammenrücken, für die Familie da sein, hat Priorität.



Diese Botschaft versteht schlussendlich auch Scrooge. Zu intensiv waren die Botschaften, die die drei Geister – der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Weihnacht – verbreiten. Jemanden aus dem Ensemble hervorzuheben, hieße, jemanden anderen nicht zu erwähnen. Jeder einzelne, egal, ob jung oder routiniert, erfüllt seinen Part in einer Story, die weit mehr als nur eine Weihnachtsgeschichte ist: „Es ist nie zu spät, sich zu ändern.“

Das geben Norberto Bertassi und sein Super-Team von nun an in Mödling jährlich weiter. Keine Frage, diese Version wird eine Weihnachts-Erfolgsgeschichte.

P.S.: Charles Dickens hätte seine Freude an „Scrooge“ Peter Faerber gehabt. Oder hat er ihm gar die Rolle auf den Leib geschrieben?