Erstellt am 18. Februar 2016, 06:14

von Christoph Dworak

Ein Spitalstag reicht. Die Tagesklinik im Landesklinikum Mödling steht bei den Patientinnen und Patienten hoch im Kurs.

1. Reihe v.l.: Ärztin Veronika Ugiomoh, Diplomkrankenschwester Florina Buta, Primarius Burghard Plainer, Diplomkrankenschwester Melitta Giczi, organisatorische Leiterin Silvia Bodi - 2. Reihe v.l.: Diplomkrankenschwester Brigitte Rieger, medizinische Schreibkraft Susanne Schöny und Stationsleiterin Diplomkrankenschwester Burgi Rheinheimer.  |  NOEN, Christoph Dworak

Landesrat Karl Wilfing, ÖVP, will dem Trend nach „Ein-Tages-Spitalsaufenthalten“ Rechnung tragen. Die stünden bei den Patienten hoch im Kurs und würden zudem „im Gesundheitssystem Millionen sparen“. Grund genug für einen NÖN-Lokalaugenschein in der „Interdisziplinären Tagesklinik“ in Mödling (NÖ-weit gibt es nur in den Landeskliniken Zwettl, Mistelbach und Stockerau derartige Einrichtungen).

Die steht seit 2011 zur Verfügung und wird von der Maria Enzersdorferin Silvia Bodi geleitet. Die Anästhesistin muss vor allem Organisationstalent beweisen: „Wie viel Pflege braucht der Patient? Bekommt er Vollnarkose? Oder nur eine lokale Betäubung? Dann wäre eine Doppelbelegung des Bettes möglich.“ Sprich: Ein Patient kommt am Morgen, wird operiert, verlässt das Spital gegen Mittag wieder. Der nächste wird aufgenommen und am Abend wieder heimgeschickt.

Das Echo der Patienten sei mehr als nur positiv: „Wir haben Anfragen, die weit bis ins Burgenland reichen“, sagt Bodi. Man schätze nicht nur den familiären Verbund, sondern auch den Umstand, dass man als Patient im Vorfeld „im Idealfall nur einmal Kontakt mit dem Spital hat: beim Ausmachen des Termins“.

Am Operationsplan stehen vor allem Knie-Arthroskopien, Eingriffe nach Leisten- oder Nabelbrüchen, Entfernung von Platten, Schrauben nach Brüchen, Krampfadern, gynäkologische und kinderurologische Operationen. Was die Augenheilkunde betrifft, werden derzeit nur Augenlidkorrekturen und Injektionen ins Auge durchgeführt: Star-Operationen sollen folgen.

Ressourcen sind noch nicht erschöpft

„Unsere Ressourcen sind noch nicht erschöpft“, betont Bodi: Erst nach Fertigstellung des Umbaus im Jahr 2017 würden alle Operationssäle zur Verfügung stehen. Standortleiter Primarius Burghard Plainer ist davon überzeugt, dass den „Interdisziplinären Tagesstationen dank der Entwicklung der Medizin und der OP-Methoden die Zukunft gehört. Sie entlasten die anderen Stationen“. In Mödling klappe „die interdisziplinäre Zusammenarbeit hervorragend. Alle involvierten Abteilungen spielen mit“.

Auch niedergelassene Ärzte einbinden

Wünschenswert sei, so Plainer, die Abrundung des Angebots durch „niedergelassene Ärzte. Etwa bei Nachuntersuchungen und beim Verbandswechsel“.


Zum Thema

Inklusive der Überwachung von Personen nach Magen- oder Darmspiegelungen wurden im Vorjahr exakt 4.002 Patientinnen und Patienten in der Tagesklinik betreut.

16 Betten stehen zur Verfügung.

Da die Tageklinik am Wochenende geschlossen hat, werden auch Personalkosten reduziert.