Erstellt am 13. Oktober 2015, 09:02

von Claudia Stöcklöcker

Ein trickreicher Dieb. Rumäne täuschte vor, Kleingeld für Parkscheine zu benötigen, und griff in die Geldbörsen von Pensionisten. HAAG/ST. VALENTIN /  „Ein schlauer Bursche“, sagt ein Pensionist und meint damit einen 38-jährigen Rumänen. In Haag, St.

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„Ein schlauer Bursche“, sagt ein Pensionist und meint damit einen 38-jährigen Rumänen. In Haag, St. Valentin und Wiener Neudorf übte dieser sich im Geldwechseltrick, im Prozess am Landesgericht St. Pölten sitzt er auf der Anklagebank.

„Viel habe ich nicht dazu zu sagen. Nur: Voll inhaltlich geständig und an alles erinnere ich mich nicht“, gibt er vor Richter Slawomir Wiaderek die kriminellen Aktionen zu und erzählt, wie er es geschafft hat, heuer von April bis Juli unbemerkt rund 3.700 Euro aus den Geldbörsen acht betagter Menschen zu stehlen.

Kleingeld für Parkscheine zu brauchen, täuschte der Rumäne vor. „Ich habe die Leute abgelenkt, indem ich in die Börsen gegriffen und gezeigt habe, welche Münzen ich will. Während die Leute auf Kleingeld konzentriert waren, habe ich mit der anderen Hand große Scheine rausgenommen.“

Rentner um monatliche Pension erleichtert

Einen hochbetagten Mann erleichterte der Angeklagte so vor einer Bank gleich um 1.100 Euro, die gesamte monatliche Pension. Ältere Menschen habe der Rumäne bewusst als Opfer ausgewählt. „Weil es da einfacher ist“, erklärt er.

Ob er bei einem Coup einem Mann auch ein goldenes Armband abgenommen hat? Das verneint er und meint: „Das kann ich nicht.“

Glück im Unglück haben die Opfer, sie bekommen ihr Geld zurück. Die Lebensgefährtin des Angeklagten berappt den Schaden gleich im Prozess. „Hoffentlich wünscht er mir jetzt nicht auch noch einen schönen Tag, so wie er es das letzte Mal gemacht hat!“, so dabei ein Opfer.

Ein unbeschriebenes Blatt ist der 38-Jährige für Gerichte nicht, vier einschlägige Vorstrafen hat er in Rumänien und Deutschland zu Buche stehen.

Nun setzt es 21 Monate gesiebte Luft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.