Erstellt am 23. Dezember 2015, 05:38

von Gaby Schätzle-Edelbauer und Christoph Dworak

Einbahn verordnet: Mödling ist sauer. Der klosterseitige Bereich der Gabrielerstraße führt nur noch in eine Richtung. Nicht allen gefällt das.

NOEN, Symbolbild

Ein kurzes Straßenstück ist Zankapfel zwischen Maria Enzersdorf und Mödling. Denn bei der Maria Enzersdorfer Gemeinderatssitzung im Oktober wurde laut über die Einbahnführung der Gabrielerstraße (klosterseitig) von der Grenzgasse bis und in Richtung Am Steinfeld diskutiert, in der Vorwoche wurde die neue Verkehrsführung tatsächlich kundgemacht.

„Still und leise“ und „entgegen eines Versprechens“, wie Gegner der Maßnahme betonen. Vor rund 20 Jahren hatte die Gemeinde nach einer Unterschriftensammlung gegen eine Umgestaltung zugesichert, dass die Gabrielerstraße in beiden Richtungen befahrbar bleiben sollte.

"Maßnahme wurde lange vorher verlautbart"

Ortschef Hans Zeiner, ÖVP, verteidigt das Projekt: „Die Situation dort ist schwierig, nicht zuletzt durch die Kundenfrequenz der Buchhandlung ist die Straße immer verparkt, dann gibt es sowieso keine zwei Spuren mehr.“ Dass die Ausfahrt der Straße in einer Kurve liege, in der auch noch Fußgängerweg und Radroute kreuzen, erschwere die verkehrstechnische Lage.

Die Umsetzung des Projektes sei rechtzeitig angekündigt worden. Zeiner: „Von einem Versprechen weiß ich nichts, das Inkrafttreten der Maßnahme wurde lange vorher verlautbart, diese Lösung wurde in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung und St. Gabriel erarbeitet. Es wird sich seitens der Verkehrsteilnehmer mit der Zeit einspielen, schließlich bedeutet die Maßnahme auch eine Entlastung.“

„Wir wurden überrumpelt"

Der Aufschrei auf Mödlinger Seite ließ nicht lange auf sich warten. Denn eine Einbahnführung bedeutet, dass die Gegenrichtung zusätzlich die ohnehin sehr unfallträchtige Kreuzung (obere) Gabrielerstraße/Grenzgasse belastet. Mödlings Vizebürgermeister & Verkehrsstadtrat Gerhard Wannenmacher, Grüne, reagierte sauer: „Wir wurden überrumpelt. Obwohl rein formal Maria Enzersdorf im Recht ist. Aber im Sinne der guten Nachbarschaft hätte ich mir schon gewünscht, nicht vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.“

Und er erinnert sich an die Verhandlungen wegen des Spital-Baustellenverkehrs: „Da hat sich Maria Enzersdorf vehement eingebracht, obwohl kein Lkw durch ihr Ortsgebiet fährt.“

Jetzt sei man in Mödling einmal angewiesen, „mit der Situation zu leben und abzuwarten, wie sich die Verkehrsströme entwickeln“.

Wie denkt Ihr darüber? Stimmt ab!