Erstellt am 28. Oktober 2015, 14:54

220.000 Euro für von Mordversuch freigesprochener Mödlinger. Das Oberlandesgericht Graz hat einem 2012 vom Vorwurf des versuchten Mordes an seiner Ex-Ehefrau freigesprochenen Mödlinger rund 220.000 Euro zuerkannt.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
Die Summe ist der Verdienstentgang, dazu kommen noch bereits rechtskräftiges Schmerzengeld und Haftentschädigung.  Das OLG Graz bestätigte am Mittwoch eine Aussendung der Anwältin des Mannes, Karin Prutsch. 

712 Tage in Haft 

Der heute 45-jährige Mann aus Mödling war Ende 2007 verurteilt worden und 712 Tage inhaftiert, bis das OLG 2009 einer Wiederaufnahme des Verfahrens stattgegeben hatte. Im zweiten Verfahren war er am 29. Mai 2012 freigesprochen worden.

Die Anwältin hatte die Republik Österreich nach dem rechtskräftigen Freispruch aufgefordert, ein entsprechendes Schmerzengeld, Verdienstentgang und eine Entschädigung für die ungerechtfertigte Haft zu bezahlen. Weil lediglich ein geringer Pauschalbetrag angeboten wurde, habe sie eine Klage gegen die Republik Österreich am Landesgericht Graz eingereicht, so die Anwältin.

Schmerzensgeld und Verdienstentgang 

Mit erstinstanzlichem Urteil vom 10. April dieses Jahres wurde ihrem Mandaten ein Schmerzengeld von 55.000 Euro und eine Haftentschädigung von rund 50.000 Euro zugesprochen. Der Verdienstentgangsanspruch wurde abgewiesen. Dagegen wurde beim OLG Graz berufen.

Das Gericht habe am 14. Oktober das erstinstanzliche Urteil abgeändert, so dass dem Mann nun auch der Verdienstentgang bis Ende 2012 - rund 220.000 Euro - zugesprochen wurde, so OLG-Sprecher Thomas Hofman. Die Höhe des Verdienstentganges sei allerdings noch nicht rechtskräftig, ein Einspruch beim OGH wäre noch möglich.