Erstellt am 18. März 2016, 05:24

von Werner Kraus

„Watzmann“ tritt ab. Mit-Autor und Kabarett-Größe Joesi Prokopetz macht deutlich: „Wir spielen jedenfalls nicht mehr.“

»Bauer« Joesi Prokopetz mit »Gailtalerin« Klaus Eberhartinger.  |  NOEN, Schöndorfer

Aus einem anfänglich 10-Minuten-Kabarett entstand 1974 das Konzeptalbum „Der Watzmann ruft“, das schließlich von Wolfgang Ambros, Manfred O. Tauchen und Joesi Prokopetz zu einem Musical ausgearbeitet wurde. Anlässlich der finalen Tour erinnert sich Prokopetz, seit 14 Jahren in Brunn am Gebirge zu Hause: „Wir haben das Stück im Laufe der Jahre ständig dem Wandel der Zeit angepasst. So hieß es früher: ,Vota, a Stück Vieh hot sich valafn’. Heute beginnt es mit: ,Vota, da Provider hot aungruafn’“.

Mittlerweile ist der „Watzmann“ eine Riesenshow geworden, die „sehr exakt abläuft und genug Platz für Extempore zulässt, wobei Christoph Fälbl als Bua und ich als Bauer uns die künstlerische Freiheit herausnehmen, mit der uns eigenen Vis Comica zu spielen. So war die erste Vorstellung anders als die letzten beiden Vorstellungen in Wien, uns fällt immer wieder etwas Neues ein“.

Besonders die Knechtszenen ließen „viel Raum, wir treiben die Handlung immer weiter“.

Am 15. Dezember ist endgültig Schluss

Seit fast 35 Jahren hat der Watzmann gerufen, Hunderttausende Zuseher sind seinem Ruf gefolgt, aber wie Prokopetz betont „ist am 15. Dezember in der Wiener Stadthalle endgültig Schluss, definitiv die letzte Vorstellung, die wir spielen. Ob andere weitermachen und wir als Berater tätig sind, wird sich herausstellen. Wir spielen jedenfalls nicht mehr.“

Prokopetz wird man am 19. Mai in der Kulisse in Wien wieder sehen. Mit einer Neuauflage von „Giraffen können nicht husten“. Mit Lesungen aus seinen Büchern sowie der einen oder andere Episode des Herrn Rädl. Und im nächsten Jahr wird Prokopetz 65. „Daher nehme ich meine Pension in Anspruch und spiele dann in ausgesuchten Locations ein Programm, für das ich schon einen Titel habe: ,Vollpension – Blick zurück nach vorn’. Es wird ein kleiner Streifzug durch mein Schaffen werden.“

Ode an den Austropop darf nicht fehlen

Besonders freue er sich dabei auf die Band, die auf der Bühne stehen wird, schmunzelt Prokopetz: „Drei Professoren, ich bin ebenfalls einer, darunter auch der großartige Musiker Kurt Gober. Gemeinsam werden wir quasi als Verbeugung vor dem Austropop, der zwar noch nicht gestorben ist, aber einen komischen Geruch trägt, mehrere Titel zum Besten geben.“


Zur Person

Joesi Prokopetz wurde am 13. März 1952 in Wien geboren und sollte Repro- und Lithografen werden. In dieser Zeit lernte er Wolfgang Ambros kennen.

Während Prokopetz „mit Ach und Krach“ die Externistenmatura schaffte, stürmte der „Hofa“ bereits die Hitparade, ein Studium somit hinfällig.

Joesi ist seit dem Vorjahr mit Karin verheiratet und lebt in Brunn am Gebirge.