Erstellt am 28. Dezember 2015, 18:05

von NÖN Redaktion

Erneut schwerverletzter Schwan. Künstlicher Fischköder mit zwei Angelhaken hatte sich in Körper des Tieres gebohrt.

 |  NOEN, Wiener Tierschutzverein
Ob Müllreste oder Angelhaken – die Gefahr für Schwäne in heimischen Gewässern reißt nicht ab. Am Montagnachmittag wurde erneut ein schwerverletztes Exemplar in den Wiener Tierschutzverein eingeliefert. Das stark blutende Tier wurde von einem aufmerksamen Passanten im 22. Wiener Gemeindebezirk gesichtet, der daraufhin umgehend den WTV alarmierte. Bei der Untersuchung durch die WTV-Tierärztinnen ergab sich ein erschütterndes Bild. In den Körper des Tieres hatte sich ein circa zwanzig Zentimeter langer künstlicher Fischköder, der zusätzlich mit zwei widerhakenbesetzten Angelhaken versehen war, gebohrt. Ein Haken steckte im rechten Flügel des Tieres, der andere hatte sich im Zehenbereich des linken Fußes verkeilt.
 
Der Schwan wurde von den WTV-Tierärztinnen umgehend in Narkose gelegt und notoperiert. Die Entfernung des Köders gestaltete sich aufgrund der doppelten Verkeilung in Fuß und Flügel allerdings sehr schwierig. Glücklicherweise konnte dem Schwan der Fremdkörper aber dennoch rückstandlos und sanft entfernt werden. Die Wunden wurden daraufhin gereinigt und desinfiziert und das Tier mit Antibiotika und Schmerzmitteln versorgt.  Der Schwan ist nun im WTV-Kleintierhaus untergebracht, wo er weiterhin bis zu seiner Genesung versorgt wird. Danach kann das Tier wieder in die Freiheit entlassen werden.
 
Leider kommt es besonders bei Schwänen immer wieder zu schlimmen Verletzungen durch Abfall oder Angelequipment. Der WTV bittet daher die Bevölkerung einmal mehr, besondere Rücksicht auf Wildtiere zu nehmen. Der Wiener Tierschutzverein steht der Bevölkerung als Kompetenzzentrum für Wildtiere mit jahrelanger Erfahrung gerne für Anfragen zur Verfügung. Verletzte Wildtiere können jederzeit in einem gesicherten Behälter ins Wiener Tierschutzhaus nach Vösendorf zur Behandlung gebracht werden.