Erstellt am 13. Januar 2016, 05:08

von Christoph Dworak

Ernüchternd: 4.640 waren 2015 ohne Job. Werner Piringer, Leiter des Arbeitsmarktservice Mödling, hat keine guten Nachrichten parat.

Werner Piringer hofft, dass die verstärkte Wiedereingliederung älterer Arbeitsloser gelingen wird.  |  NOEN, Dworak

Der Mix war auch 2015 kein erfreulicher: Österreich verzeichnete ein sehr schwaches Wirtschaftswachstum, die Anzahl der Personen, die am Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, kletterte in die Höhe – und die Unternehmen konnten eben jenes Personalangebot bei Weitem nicht abrufen. Die Folgen sind fatal: Die Arbeitslosigkeit im Bezirk Mödling ist um 10,4 Prozent gestiegen, im Jahresdurchschnitt waren im Vorjahr 4.101 ohne Job. Rechnet man die Teilnehmer an AMS-geförderten Schulungen hinzu, waren es gar 4.640.

Dennoch hat AMS Mödling-Leiter Werner Piriniger auch noch Erfreuliches zu berichten: „Im Jahresverlauf 2015 haben 4.326 Jobsuchende wieder Beschäftigung gefunden. Zudem ist es uns gelungen, über 5.300 freie Stellen und Lehrstellen zu besetzen.“

Nur knapp 300 schafften Wiedereinstieg

Etwas, wovon die 995 (um 389 mehr als 2014) Langzeitarbeitslosen nur träumen können. Nur knapp 300 der Personen mit einer Vormerkdauer von 12 Monaten und mehr haben im Vorjahr den Wiedereinstieg ins Berufsleben geschafft.

Die Arbeitsmarktprognose 2016 schaut nicht sehr viel rosiger aus, meint Piringer: „Wir werden uns auf die Akquisition offener Stellen und die Vermittlung von Jobsuchenden konzentrieren.“ Gleichzeitig wolle er „festhalten: Die Arbeitsmarktintegration von Jobsuchenden ist alternativlos, auch wenn derzeit die Aussichten auf einen raschen Wieder-Einstieg nicht besonders günstig sind“.

Nicht alle Anliegen werden umgesetzt

Ebenso klar macht Piringer deutlich: „Da wir heuer mehr Jobsuchende betreuen werden als je zuvor, müssen wir beim Einsatz der budgetären Mittel im Bereich der aktiven Arbeitsmarktförderung klare Prioritäten setzen. Es wird daher vorkommen, dass wir durchaus berechtigte Anliegen, die an uns herangetragen werden, nicht oder nur bedingt umsetzen können.“

Nach wie vor bilde die Generation 50+ einen Schwerpunkt, neu hinzukomme ein weiteres Angebot für Unternehmen, erklärte der AMS Mödling-Leiter: „Wir werden auch für Langzeitbeschäftigungslose unter 50 Jahre, vor allem für Frauen, einen attraktiven Lohnkostenzuschuss finanzieren können.“