Erstellt am 19. März 2016, 06:34

von Christoph Dworak

Zoff ums Kultur-Haus in Mödling. Hans Stefan Hintner, ÖVP, hat das Gebäude in der Schiller-Straße 34a zur Chefsache erklärt. Zum Ärger der SPÖ.

Die Gedenktafel erinnert: Hans Essinger wirkte von 1913 bis zu seinem Ableben 1977 in dem Haus in der Schiller-Straße 34a.  |  NOEN, Karl Stiefel

Kultur-Stadträtin Karin Wessely, SPÖ, kam die Wortmeldung nicht leicht über die Lippen: „Es ist mir zwar peinlich, aber ich muss es sagen. Die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem Gemeinderat läuft gut. Nicht aber mit dem Bürgermeister.“

Der Grund für ihren Unmut: In das Thema „Essinger-Haus“ kommt, da der ehemalige Mieter ausgezogen ist, Bewegung. Und Stadtchef Hans Stefan Hintner, ÖVP, habe das nunmehr „zur Chefsache gemacht, obwohl wir die Chance haben, daraus ein Kulturzentrum zu machen“.

Kritik am Alleingang

Nachsatz: „Wie kann es sein, dass der Bürgermeister im Alleingang Entscheidungen und Weichenstellungen trifft? Macht er das etwa deshalb, weil zu hören ist, dass eine Verwandte von Edda Mayer-Welley mit der Erstellung eines Nutzungskonzeptes beauftragt worden sein soll?“

Hintner reagierte forsch: „Als Stadträtin sei Wessely ihm gegenüber „weisungsgebunden. Ab und zu nutze ich die Gemeindeordnung, wenn ich’s für notwendig halte“. Zudem sei die Sache aktuell „ein Liegenschafts- und kein Kulturthema.“

Und ja: „Florentina Welley, Schwägerin von Edda Mayer-Welley, wird sich Gedanken über die Nutzung machen.“ Bereits erhoben worden sei der Investitionsbedarf: „50.000 Euro. Das ist leistbar.“

Nun werde überlegt, in welcher Form das Essinger-Haus geöffnet „und gemeinsam mit dem Kulturausschuss belebt“ werden könnte. „Als Bürgermeister bin ich auch Verwalter des öffentlichen Guts.“


Zum Thema

Das „Essinger-Haus“ in der Friedrich Schiller-Straße 34A ist seit 1979 Gedenkstätte für den Maler & Grafiker Hans Essinger (1900 – 1977).

Mit dem Schenkungsvertrag aus dem Jahr 2004 ist die Übertragung der Liegenschaft samt Haus ins Eigentum der Stadt Mödling erfolgt. Nach dem Tod von Professorin Gerlinde Wolfram im Jahr 2007 gingen alle Objekte in Stadtbesitz über.