Erstellt am 27. Mai 2016, 06:44

von Judith Jandrinitsch

Was darf „tralalobe“?. FPÖ unterstellt Gemeinde, die Beziehung zwischen Diakonie und dem Verein nicht ausreichend zu kennen.

FPÖ-Gemeinderat Christoph Luisser.  |  NOEN, FPÖ

Ausgerechnet bei den Berichten von Bürgermeisterin Beatrix Dalos, ÖVP, ließ die FPÖ ihrem Unmut in Sachen tralalobe-Haus, dem Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, freien Lauf.

Als die Bürgermeisterin mitteilte, dass die Betreuer des Flüchtlingshauses darauf verzichten, mit den Burschen das Areal des Badeteiches aufzusuchen, stellte Gemeinderat Helmut Polz die Grundsatzfrage, in welchem Rechtsverhältnis Diakonie und tralalobe überhaupt stehen. Und ob die Gemeinde überhaupt wisse, wie dieses Rechtsverhältnis ausschaut.

Polz äußerte auch Zweifel, dass die Betreuer ihrer Aufgabe nachkommen, zumal auf der Diakonie-Homepage immer wieder Jobs im tralalobe-Haus ausgeschrieben sind.

Dalos blieb ruhig: „Sie wollen es nicht verstehen. Wir haben einen Vertrag mit der Diakonie, tralalobe ist ein Verein, der die Diakonie unterstützt. In welchem Verhältnis tralalobe und Diakonie zu einander stehen, geht uns nichts an.“

Aufgabe, minderjährigen Flüchtlingen zu helfen

Und Vizebürgermeister Josef Spazierer, SPÖ, ergänzte: „Wir haben eines der strengsten Asylregeln in ganz Europa. Unsere Aufgabe ist es jetzt, den minderjährigen Flüchtlingen zu helfen, sich hier bei uns zu integrieren. Dabei hilft es nicht, dass jedes Mal alles kritisiert und hinterfragt wird.“

Christoph Luisser, Helmut Polz und Klaus Giwiser, alle FPÖ, gaben sich mit dieser Auskunft nicht zufrieden und monierten weiter, die Gemeinde hätte die Situation im tralalobe-Haus nicht im Griff.

Luisser sprach sogar davon, Informationen zu haben, die wieder einmal beweisen würden, dass es zu einem gewalttätigen Vorfall im Heim gekommen sei. Diese Behauptung sorgte bei den anderen im Gemeinderat vertretenen Fraktionen – Grüne, SPÖ und ÖVP – für Empörung. Dalos würgte eine Eskalation der Debatte mit dem Hinweis ab, es sei nicht ihre Aufgabe, jede Behauptung der Freiheitlichen zu diskutieren. Außerdem möge Luisser seine Quellen nennen und nicht einfach Behauptungen in den Raum stellen.