Erstellt am 04. November 2015, 10:42

von Tina Jedlicka

Freispruch für Ex-Geschäftsführer. Zwei Männer hätten sich am Dienstag wegen Abgabenhinterziehung am Landesgericht Wiener Neustadt verantworten müssen.

 |  NOEN, Erwin Wodicka / wodicka@aon.at
Der Hauptangeklagte Richard Trenkwalder ist jedoch im Juli verstorben – die NÖN berichtete -, der zweite auf der Anklagebank, sein Sohn Nils musste deshalb alleine vor dem Schöffensenat unter der Leitung von Richter Hans Barwitzius Platz nehmen.

Die beiden sollen in ihrer Funktion als Präsident beziehungsweise Geschäftsführer des FC Trenkwalder Admira Sponsorgelder eingenommen haben, ohne Umsatzsteuer dafür zu bezahlen. Gleichzeitig sollen sie aber die Vorsteuer für Ausgaben geltend gemacht und laut Staatsanwaltschaft so gegen das Prinzip "ohne Umsatzsteuer gibt es keine Vorsteuer" missachtet haben.

"Nichts von Unregelmäßigkeiten gewusst"

Nils Trenkwalder, der auch der Finanzvorstand war, erklärte, dass er nichts von Unregelmäßigkeiten gewusst habe. Sein Vater hätte die Geschäfte geleitet und wichtige Entscheidungen getroffen. Er habe den Posten nur seinetwegen ausgeübt. Wäre es nach ihm gegangen, wäre er dem FC Schwadorf treu geblieben, sein Vater habe dort damals aber keine Möglichkeit gesehen, sich noch weiter zu entwickeln und sei deshalb in die Südstadt gewechselt.

Man habe bei der Steuer das sogenannte "Altach-Prinzip" angewendet. "Wissen Sie was das ist?", fragte Richter Barwitzius den Angeklagten. Dieser verneinte. Er habe davon gehört, könne es jetzt aber nicht genau wiedergeben. Einige Experten erläuterten das Prinzip, dass ein Verein von der Steuer befreit, die GmbH, die für den Verein gegründet wurde, allerdings umsatzsteuerpflichtig sei. "Fragen Sie zehn Steuerberater:
Fünf werden so sagen, fünf so", erklärte ein Experte die doch eher unklare Rechtslage. 

Der Schöffensenat sprach Trenkwalder frei (nicht rechtskräftig).