Erstellt am 05. November 2015, 06:22

von Christoph Dworak

Gurt als Türöffner für Thomas Ebster. Mödlinger Unternehmer überzeugt in der VOX-Fernsehshow mit Jochen Schweizer einen Top-Investor.

Mit dem Tragegurt »Skolder« ist Thomas Ebster bei der Show angetreten. Mit dem Verkauf eines Drittels der Firma ist er nach Mödling zurückgekehrt.  |  NOEN, Dworak

Thomas Ebster (37) aus Vorarlberg war 2002 zweitschönster Mann Österreichs und Radprofi. Durch das Leistungszentrum Südstadt verschlug es ihn in den Osten, nach der sportlichen Karriere ist Ebster im Bezirk Mödling geblieben: „Ich fühle mich sehr wohl in Mödling“, macht er im NÖN-Gespräch deutlich. „Ich bin hier sehr happy.“ Und sehr erfolgreich.

Mit der vor Jahren gemeinsam mit seinem besten Freund Florian Matt (33) gegründeten Firma iFlow entwickeln, produzieren und vertreiben sie unter anderem Daunenjacken, Funktionswäsche und hochleistungsfähige Stirnlampen. Das Geschäft mit den hochwertigen Utensilien läuft hervorragend, viele Top-Sportler, die Ebster aus seiner Südstadtzeit kennt, sind als Testimonials unterwegs. Zudem verkauft das Duo seine Bekleidung weltweit via Lufthansa-Worldshop.

Matt hat seine Zelte dauerhaft in Hongkong aufgeschlagen, um die Qualitätskontrolle (gefertigt wird in China) zu gewährleisten, Ebster hält im Office (Schauraum inklusive Lager) in der Mödlinger Fabriksgasse die Stellung.

Eine Innovation aus dem Hause iFlow kam aber nicht so richtig aus den Startlöchern. Als ehemaligem Skiguide am Arlberg war es Ebster ein Anliegen: „Wir müssen den Engländern lernen, wie man die Ski trägt“, schmunzelt er. Und dafür hat er den Skolder erfunden; einen Tragegurt aus Neopren, federleicht und so groß wie ein Handy. Die Innovation ermöglicht es, die Ski zu schultern, ohne Handschuhe oder Jacke zu ruinieren.

Als es ums Geld für Vermarktung, Werbung ging, hätten die Banken die Ohren angelegt, bedauert Ebster. Ein Bekannter habe dann den Hinweis gegeben: „Probiert es doch bei der ,Höhle der Löwen’.“ Der Gründershow des Fernsehsenders VOX, bei dem unter anderem Extremsportler & Top-Unternehmer Jochen Schweizer als Investor auftritt. Gesagt, getan: Matt & Ebster bewarben sich fürs Casting, drehten und schickten ein Video ein. „Es hat gerade einmal drei Tage gedauert, bis wir zur Show eingeladen worden sind“, erinnert sich Ebster.

Verhandlungen dauerten eineinhalb Stunden

Der Auftritt vor den „Löwen“, der am 27. Oktober gesendet wurde, war kein Honigschlecken. „Alles in allem haben wir eineinhalb Stunden verhandelt. Ich bin wortgewandt und habe schon viel erlebt. Aber so fertig war ich noch selten. Nichts wurde doppelt gedreht, alles wurde so gesendet, wie es tatsächlich verlaufen ist“. Nur kürzer.

Ebster hat „erreicht, was ich wollte. Dass Jochen Schweizer sich für uns interessiert“. In Wahrheit viel mehr: der Skolder alleine – Ebster wollte 180.000 Euro Kapital, um die Produktion hochfahren zu können, und bot eine Beteiligung in der Höhe von 30 Prozent – war für Schweizer keine Überlegung wert. Er wollte eine 33-prozentige Beteiligung an iFlow. Dafür legte er weitere 180.000 Euro in Form von Bestands(vor)finanzierungen drauf. Ebster griff live – „Das war kein Fake, sondern echt“ – zum Handy, weckte Matt in Hongkong auf. Der überließ Ebster die Entscheidung, der schlug zu: „Deal!“

Gedreht wurde die Sendung im März, mittlerweile war Ebster mit Schweizer Ski fahren und hat die Partnerschaft im Detail durchgeplant: „Wir machen bereits eine Jochen-Schweizer-Kollektion. So wie er sie will, aber mit unserem Know-how.“ Heißt: „Wir haben als Gegenwert seines Investments die Produktion erhalten.“

Was sich unmittelbar nach der Sendung abgespielt hat, könne er gar nicht in Worte fassen: „Wir haben gleich in der Nacht 1.000 Skolder online verkauft – ein Viertel der Jahresstückzahl. In zwei Stunden hatten wir 50.000 Zugriffe auf unserer Homepage.“

Der Mödlinger bleibt am Boden: „Ganz geschafft haben wir es finanziell noch nicht, aber unseren Bekanntheitsgrad haben wir ordentlich gesteigert.“