Gumpoldskirchen

Erstellt am 22. Juli 2017, 05:04

von Christoph Dworak

Aktuelle CD: Still und doch laut. Thomas Andreas Beck hat sich in seine Hütte bei Gumpoldskirchen zurückgezogen und den Tonträger produziert.

Das Knistern des Ofens in der Hütte ist auf der„Stille führt“-CD zu hören. Thomas Andreas Beck hat sich mit dem aktuellen Tonträger einen Namen als Liedermacher gemacht.  |  Dworak

Thomas Andreas Beck (49) ist vielseitig. Der Leopoldsdorfer ist Coach, Unternehmer, war mit dem blinden Extremsportler Andy Holzer in der Antarktis, ist Regionalrat der Raiffeisen Regionalbank Mödling – und Liedermacher. Als Musiker ist er im Vorjahr in ein Tief gerutscht, gibt er zu. „Es ist etwas fertig geworden“, erinnert er sich im NÖN-Gespräch. Auch mit der Band habe es sich „ausgearbeitet“. Zudem habe er mit sich gehadert, ob es vor allem finanziell Sinn macht, eine vierte CD auf den Markt zu bringen. „Ich habe mir die Frage gestellt, ob es wirklich viel kosten muss, wenn ich als Künstler quasi ein Kunstwerk von mir veröffentlichen will.“

Er hat sich selbst die Antwort gegeben: „Nein.“ Den Winter hindurch hat er sich in seine Hütte exakt an der Grenze Gumpoldskirchen – Pfaffstätten zurückgezogen und am aktuellen „Stille führt“-Tonträger gefeilt. Tonstudio habe er keines gebraucht – „Die Hütte ist ein Resonanzkörper wie eine Gitarre“ –, die Aufnahmefiles hat er Thomas Mora geschickt, der alles gemischt habe.

„ein bürgerpolitisches Album“

Entstanden sei „ein bürgerpolitisches Album“, in dem er seinen ganzen Frust verarbeitet habe. Er habe sich Themen, die tagtäglich die Nachrichten – „und nicht die Zeit zwischen den Nachrichten“ – im Radio prägen, angenommen: Kindesmissbrauch („Adi & Edi“, „Heim“), Selbstmord („Opa ohne Kopf“), Aufarbeitung der Nazi-Zeit („Schaut’s hin“).

Und siehe da: Abseits des Pop-Mainstreams hat sich „plötzlich die Medienszene für mich interessiert. Ich habe sogar Vergleiche mit Ludwig Hirsch gelesen“, freute sich Beck. Niemand Geringerer als der Promotionsmanager von Konstantin Wecker arbeite gerade an einem Beck-Gig in Deutschland.

„Die textliche Kraft als Liedermacher“ habe Wirkung gezeigt. Wiewohl Beck einschränkt: „,Heim’ würde ich nie live spielen, wenn Kinder auf der Luftburg springen.“

Sein Versprechen: „Das nächste Album wird lieblicher werden.“

Zu hören und sehen ist Beck Beck auch heuer wieder im Zuge des „Weinsommer Gumpoldskirchen“ am 27. August, wo er für das Musikprogramm verantwortlich zeichnet. Und das hat es in sich: Attwenger, Der Nino aus Wien, Bratfisch, Birgit Denk, Ulli Bäer – und eben Beck selbst.

www.thomasandreasbeck.at

www.weinsommer- gumpoldskirchen.at