Erstellt am 28. Februar 2016, 06:24

von Alina Burlacu

Die Musik integriert. „Gumpoldskirchner Spatzen“ setzen sich mit Empfehlungsschreiben an Behörde für Flüchtlingskind ein.

Sina (l.) neben Chorleiterin Elisabeth Ziegler, ist bei den Gumpoldskirchner Spatzen sehr gut aufgenommen worden.  |  NOEN, privat

Der Kinderchor „Gumpoldskirchner Spatzen“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Flüchtlingskinder in die Chorgemeinschaft zu integrieren, sie kostenlos auszubilden.

Seit September bereichert der iranische Junge Sina die musikalische Truppe, wie Chorleitern Elisabeth Ziegler im NÖN-Gespräch erzählt: „Er kam zur ersten Probe, wurde in den Mezzosopran eingeteilt und musste sofort in Latein, Englisch, Französisch und Deutsch eine für ihn völlig fremdartige und schwierige Literatur singen.“

Sina hat alles mit Bravour absolviert: „Er ist ein sehr kluges Kind und hat sich wunderbar integriert“, so Ziegler.

Mit Vater aus dem Iran geflohen

Der 11-Jährige musste im letzten Jahr gemeinsam mit seinem Vater aus dem Iran fliehen. Der Alleinerzieher war dort Höchstrichter und hat sich geweigert, Todesurteile zu unterschreiben. Die Folgen waren klar: Vater und Sohn mussten Reißaus nehmen. Die Flucht führte das Duo vorerst in die Türkei, endete in Österreich, wo es in Traiskirchen schließlich um Asyl angesucht hat.

Im Herbst gaben die Spatzen ein Benefizkonzert für Flüchtlinge. Trotz des schwierigen Programms war Sina dabei, „eine Hürde, die er großartig gemeistert hat“, wie Ziegler berichtet.

Sein Ehrgeiz und Enthusiasmus für das Singen hat Sina bereits zu einem „ganz wertvollen Sänger gemacht, auf den ich als Chorleiterin stolz bin, ihn bereits als Solisten einsetzen kann und nicht mehr missen möchte“, so Ziegler.

Hoffen auf rasche Entscheidung

Eine Hürde steht bevor: vom 29. April bis 2. Mai werden die Spatzen Österreich beim „Internationalen Chorwettbewerb für die Jugend“ in Belgien vertreten. 130 Kinderchöre aus aller Welt treten an. Das große Ziel der Spatzen ist, Sina mitnehmen zu können.

Da er derzeit jedoch weder Aufenthaltsstatus noch Pass hat, könne er nicht mitfahren, wie die Leiterin berichtet: „Unser aller Wunsch ist, diesen Buben mitnehmen zu können.“

Deshalb hat Ziegler einen Empfehlungsbrief für Sina an die Behörden geschickt.