Erstellt am 05. März 2016, 05:09

von Alina Burlacu

Eltern wollen Klärung nach Tod des Sohnes. HTL-Schüler wird vom Zug erfasst. Eltern suchen nun nach Augenzeugen. Für Freitod „gab es keine Anzeichen“.

Die Eltern des 16-jährigen HTL-Schülers suchen auch im Internet nach Augenzeugen. Sie wollen den Tod ihres Sohnes geklärt wissen. »Was ist an diesem Vormittag passiert, hat ihn wer weggehen gesehen?«, so der Vater Peter Winkler.  |  NOEN, privat

Schrecklich: Der 16-jährige Alexander Winkler aus Wien wurde am 11. Jänner am Bahnhof Gumpoldskirchen von einem durchfahrenden Schnellzug gegen 14.20 Uhr erfasst. Der HTL-Schüler war auf der Stelle tot.

Nun sucht seine Familie nach Unfallzeugen, denn von einem Freitod wollen die Eltern nichts wissen. „Warum Alexander in seiner Freistunde ausgerechnet nach Gumpoldskirchen gefahren ist, ist für uns ein großes Fragezeichen“, sagt Vater Peter Winkler.

„Die Polizei vermutet, dass es sich um einen Freitod handelt. Aber wir können uns das nur schwer vorstellen. Für uns als Eltern gab es keinerlei Hinweise in der Hinsicht.“

Auch schulisch gab es keine Probleme

Es gäbe auch keinen Abschiedsbrief. Die Handy- und Laptopauswertung hätte auch nichts ergeben. Nun suchen die Eltern verzweifelt nach Zeugen.

Ihr Aufruf konnte inzwischen schon etwas bewegen. „Wir werden möglicherweise Kontakt zu den Schülern aus der Mittelschule Gumpoldskirchen erhalten, konkrete Zeugenaussagen haben wir jedoch noch nicht“, so Winkler, der sich fragt, was an jenem Vormittag passiert ist. Denn die Weihnachtsferien seien „sehr angenehm gewesen“.

Alexander hätte sich nach den Ferien wieder auf die Schule gefreut. Schulisch gab es keine Probleme, berichtet auch HTL-Direktor Harald Hrdlicka: „Ich habe auch mit den Lehrern gesprochen, die bestätigen können, dass er ein lebenslustiger Schüler mit guten Leistungen war.“

Mit den Mitschülern konnten die Eltern bisher noch nicht sprechen, man ist derzeit dabei, einen „günstigen Zeitpunkt zu finden, die Mitschüler stehen auch unter Schock“, so Winkler.

Für die Polizei ist der Fall jedoch geklärt, wie Bezirkspolizeikommandant Oberst Peter Waldinger im NÖN-Gespräch berichtet: „Für uns ist es schlüssig, unser Ergebnis lautet Selbstmord. Das Hauptargument ist, dass der Lokführer das genau gesehen hat, bevor er die Notbremse gezogen hat. Auch andere Ermittlungsergebnisse weisen eindeutig auf Selbstmord hin.“