Erstellt am 06. Januar 2016, 05:28

von Alina Burlacu

Wohnungen statt Heurigen-Betriebe. Das Land verkauft das Areal des ehemaligen "Winzerschul-Heurigen". An wen, ist noch nicht klar.

Der Winzerschul-Heurige in Gumpoldskirchen muss bis zum 10. Jänner geräumt werden. Die betroffenen Winzer Hans Georg Hühnel (l.) und Robert Grill (r.) bedauern dies, eine Alternative hat noch keiner von ihnen. Der Käufer wird auf dem Areal voraussichtlich Wohnungen bauen.  |  NOEN, Burlacu

Der „Winzerschul-Heurige“ in der Kajetan-Schellmann-Gasse sperrt zu, da das rund 8.000 m2 große Areal, das im Besitz der Landes Niederösterreich ist, verkauft wird. Die NÖN berichtete.

Betroffen sind davon gleich drei Betriebe, die abwechselnd ausgesteckt haben sowie zwei weitere, die den „Zierfandler Saal“, ein Seminarraum und die Lagerung nutzten.

Bereits seit 1998 führen mehrere Weinbauern in der ehemaligen Weinbauschule einen Heurigenbetrieb. Die Mietverträge des Landes waren stets befristet und wurden mehrmals verlängert. Doch nun ist damit Schluss, die Räumungsfrist endet mit 10. Jänner. Sehr zum Bedauern aller drei betroffenen Winzer. „Es ist schade und dramatisch, denn unser Lokal ist gut besucht. Doch das Land ist nicht gesprächsbereit“, erzählt Hans Hühnel im NÖN-Gespräch.

"Alle Weinbauern wissen seit 2013,
dass das Areal der Weinbauschule vom Land
Niederösterreich verkauft wird.“
Gerhard Tretzmüller, Land NÖ

Er hätte die Übergangszeit, bis feststeht, wer der Nachnutzer ist, gerne genutzt. „Wir wollen nichts verhindern, aber es hätte uns vielleicht geholfen mit dem neuen Besitzer zu verhandeln und eine Fortsetzung wäre möglich gewesen.“ Auch Robert Grill ist der gleichen Meinung: „Jetzt wird aber ausgeräumt und alles ist vorbei.“

Gerhard Tretzmüller, im Land Niederösterreich für die Verwaltung und den Verkauf von landeseigenen Grundstücken verantwortlich, erklärt: „Alle Weinbauern wissen seit 2013, dass das Areal der Weinbauschule verkauft wird, da das Land dafür auch in der Zukunft keine Verwendung hat und die Grundstücke wertvoll sind.“ Bereits im März ist beim Bezirksgericht ein gerichtlicher Räumungsvergleich abgeschlossen worden. Im Dezember wurde das öffentliche Verkaufsverfahren eingeleitet, betont Tretzmüller: „Der Verkauf erfolgt nach dem Bestbieterprinzip.“ Dieser wird im April abgeschlossen sein. Auf dem Grundstück sollen Wohnungen errichtet werden.

Zum Thema

Der „Winzerschul-Heurige“ leitet seinen Namen von der früheren Funktion als Weinbauschule ab, die 2008 stillgelegt wurde.

Das Grundstück besteht aus den beiden Grundstücken Schellmanngasse 28 und Gartengasse 29. Diese sowie die darauf errichteten Gebäude gehörten dem Land Niederösterreich.

Das Grundstück Gartengasse 29 wurde an die Marktgemeinde verkauft. Hier entsteht das neue Gemeindezentrum.