Guntramsdorf

Erstellt am 07. Juli 2016, 07:29

von Tina Jedlicka

Angeklagter uneinsichtig: „Ich bin unschuldig“. Trotz Drohungen an Ex-Frau und Sohn fühlt sich der gebürtige Kroate im Recht. „Ich gehe zurück nach Kroatien.“

 |  NOEN, BilderBox.com (BilderBox - Erwin Wodicka)

Ein gebürtiger Kroate musste sich am Landesgericht Wiener Neustadt wegen gefährlicher Drohung verantworten. „Ich bin unschuldig“, wiederholte er mehrmals. Er wurde nicht rechtskräftig zu einer bedingten Strafe verurteilt.

Der Kroate verstand nicht, wieso er sich vor einer Richterin verantworten musste. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, seine Ex-Frau, seinen Sohn und dessen Freundin gefährlich bedroht zu haben. Die Freundin seines Sohnes fühlte sich besonders bedroht von dessen Aussagen. Das schilderte sie derart dramatisch, dass ihre Glaubwürdigkeit infrage gestellt wurde.

Selbst ihr Freund, der im Prozess gegen seinen Vater nicht aussagen hätte müssen, bekam von diesen Drohungen nichts mit. Der Vater habe laut Freundin gedroht, ihr das ungeborene Kind aus dem Bauch zu schneiden. „Sie hat das erzählt, aber ich habe das nicht gehört“, so der Sohn, der alles andere als ein gutes Verhältnis zu seinem Vater zu haben scheint. „Er hat die Mutter meiner Freundin, die Zigeunerin ist, geschimpft, aber das, was sie sagt, habe ich nicht gehört“, erzählt er weiter. Auch in den SMS, die dem Gericht vorlagen, waren diese Drohungen nicht enthalten. Enthalten waren jedoch Drohungen gegen den Sohn und die Ex-Frau des Angeklagten.

„Er ist nicht ernst zu nehmen“

Der Bursche nahm das nur bedingt ernst. „Mein Vater sagt mir seit meiner Geburt, er wird mir die Augen mit einer Gabel ausstechen. Er ist nicht ernst zu nehmen.“ Der Bursche meinte weiter, er wolle sich Arbeit suchen, aber sein Vater nehme ihn zu Schwarzarbeit mit. „Er lügt. Die sind beide faul und Betrüger“, der Angeklagte laut.

Die Ex-Frau des Angeklagten sagte schließlich: „Er möchte, dass die anderen vor ihm Angst haben. Er hat mir geschrieben, dass er mich mit dem Auto überfährt. Das sagt er immer so, aber er macht es nicht.“

Die Richterin warf ein, dass es sich in dem Fall um einen versuchten Mord und nicht um eine gefährliche Drohung handeln würde.
Sie verurteilte den Angeklagten zu drei Monaten bedingter Haft (nicht rechtskräftig). Als sie ihm mitteilte, dass er so etwas nicht mehr machen dürfe, da er sonst ins Gefängnis müsse, fiel er ihr ins Wort: „Sie sind lauter hübsche, sympathische Damen hier, aber ich lasse meine Familie nicht beschimpfen von der Freundin meines Sohnes. Mir reicht es! Ich gehe im Oktober zurück nach Kroatien.“