Erstellt am 02. Oktober 2015, 01:01

von Alina Burlacu

Guntramsdorf: "Buh-Rufe" bei der Flüchtlings-Info. Unter dem Motto „Guntramsdorf Hilft“ informierten Caritas und Gemeinde. FPÖ-Höbart wurde nicht gerade bejubelt.

Gemeinderätin Doris Botjan, Bürgermeister Robert Weber, Edith Ivancsits, Caritas der Erzdiözese Wien, Moderatorin Margerita Piatti, Hedi Schnitzer und Christian Loidl, Pfarre Neu-Guntramsdorf (v.l.).  |  NOEN, Foto: Burlacu

Im Zuge eines Infoabends, zu dem Vertreter der Caritas sowie der Marktgemeinde eingeladen haben, wurde das Projekt „Veli“ vorgestellt.

Bereits seit Anfang September haben hier 24 unbegleitete Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren ein neues Zuhause gefunden. In der Wohngemeinschaft Veli, die im Gebäude des ehemaligen Hotels Refugium eingerichtet ist, werden sie von einem Team der Caritas betreut.

„Wir haben neun Personen im Betreuer-Team“, berichtet Edith Ivancsits von der Caritas der Erzdiözese Wien. Der Bund übernimmt 60 Prozent der Grundversorgung, 40 Prozent das Land. Zudem gibt es sehr viele ehrenamtlich Engagierte, jede weitere Hilfe ist willkommen. „Lernbuddys hätten wir noch gerne, ein Zugang zu Vereinen wäre fein“, so Ivancsits.

Hier geht es jetzt um das Projekt,
das in Guntramsdorf gestartet ist.
Politisches hat hier nichts verloren.“
Robert Weber, SPÖ Bürgermeister

Diakon Christian Loidl, von der Pfarre Neu-Guntramsdorf leitet die Pfarrcaritas und kann berichten, dass sich „viele Bürger gemeldet haben, die in Traiskirchen unterstützt und mitgeholfen haben“. Trotz der Herausforderungen in der Gesellschaft sei „die Initiative fruchtbar“. Hedi Schnitzer hat seit Februar selbst eine Familie aufgenommen und weiß: „Am meisten fordert uns all das heraus, was mit Administration zu tun hat.“ Denn damit würde man viel Zeit verlieren.

Unter dem zahlreich erschiene Publikum meldete sich eine Guntramsdorferin, die Alkoholkonsum unter den minderjährigen Flüchtlingen in der Nähe der Volksschule beobachtet haben will. Daraufhin meldete sich auch Christian Höbart, FP-Obmann, zu Wort: „Es kann nicht sein, dass man Ängste wegwirft. Wir alle sind gefordert, Dinge die nicht richtig laufen zu melden.“ Guntramsdorf sei schließlich auch kein „Fass ohne Boden“. Doch der Politiker musste Buh-Rufe einstecken.

Bürgermeister Robert Weber, SPÖ, versuchte einzulenken: „Hier geht es jetzt um das Projekt, das in Guntramsdorf gestartet ist. Politisches hat hier jetzt nichts verloren.“