Erstellt am 10. März 2016, 05:39

von Alina Burlacu

Ex-ÖVPler ein Blauer. Ehemaliger Obmann der Jungen Volkspartei kämpft ab sofort an der Seite von FPÖ-Vorsitzenden Christian Höbart.

FPÖ-Obmann Christian Höbart (r.) mit Stephan Polleres.  |  NOEN, FPÖ

Stephan Polleres, ehemaliger Obmann der Jungen Volkspartei (JVP) Guntramsdorf, wechselt die Farbe und unterstützt nun die Freiheitlichen rund um Obmann, Nationalrat Christian Höbart.

Politwechsel aus freien Stücken, wie der 22-Jährige erklärt: „Die ÖVP fährt in vielen Bereichen keine konservative Linie mehr. In der Zeit, in der ich Mitglied war, durfte ich den Stillstand intern, vor allem in der Bundes-ÖVP, miterleben. Eine klare Linie ist leider nicht ersichtlich, vor allem, wenn es um Themen wie das Asylchaos geht. Eine klare Haltung hat hier nur die FPÖ.“

Im Dezember aus der ÖVP ausgetreten

Bereits im Dezember ist Polleres aus der ÖVP ausgetreten. Er blieb vorerst „unabhängig, habe mich jetzt aber dazu entschlossen mit der FPÖ Guntramsdorf näher zusammenzuarbeiten“.

Zur Gemeindepolitik findet Polleres klare Worte: „Die Guntramsdorfer Bürgerbewegung sieht die Prioritäten der Politik in der Behebung des katastrophalen, von der SPÖ angerichteten Schuldenstands der Gemeinde, und stimmt dann dem Budget 2016 zu.“ Dabei würde die ÖVP andere Themen, wie etwa Jugendpolitik oder die Probleme rund um die Unterbringung von Asylanten, vernachlässigen, so Polleres.

Ganz anders sei es im blauen Team, wo man bemüht sei, „die Sorgen, Ängste und Probleme der Bevölkerung nicht nur ernst zu nehmen, sondern auch Lösungen anzubieten“.

Höbart über Zugang erfreut

Höbart fühlt sich bestätigt: „In den letzten Monaten haben bereits einige unabhängige Mitstreiter bei uns angedockt. Über den Zugang bin ich natürlich besonders erfreut, da nun auch im bürgerlichen Lager einiges in Bewegung ist.“ Seine Arbeit „in und für Guntramsdorf trägt mehr und mehr Früchte, eine sehr gute Ausgangslage für die Gemeinderatswahlen 2020“.

Werner Deringer, Obmann der ÖVP, tut es „persönlich leid, dass Polleres nicht mehr mit unserem Kurs klar kommt“. Er sei „in sämtliche Entscheidungen eingebunden und zur Mitgestaltung“ eingeladen gewesen. Das habe er jedoch nicht wahrgenommen. Betreffend der Flüchtlingssituation meint Deringer: „Wir wollen aus dem Leid und Elend der Menschen kein politisches Kapital schlagen.“ Für die VP gelten die „gesetzliche Bestimmungen“.