Erstellt am 24. Februar 2016, 05:19

von Alina Burlacu

Noch eine Asyl-Unterkunft. Weitere 48 Personen finden in Guntramsdorf ein Dach über den Kopf. FPÖ: „Gemeinden büßen.“

Bei der Infoveranstaltung zur Asylunterkunft in der Marktgemeinde (v.l.): Christian Kogler, Bürgermeister Robert Weber, SPÖ, Iyvonne Frey, Andreas Pechter, Kitti Kiss und Peter Rozsa.  |  NOEN, Alina Burlacu

In einer Liegenschaft in der Kerngasse 4 werden Flüchtlinge untergebracht. Insgesamt 48 Personen finden hier Platz, wie man am Montag im Zuge einer Info-Veranstaltung hörte. Diese wurde von „SLC Asylcare“, das im Auftrag des Landes Niederösterreich (NÖ) handelt, und dem Land NÖ organisiert.

Es werden zwei Gruppen unbegleiteter minderjähriger Fremder (UMF) zu je 14 Personen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren sowie syrische Familien Unterkunft finden. Bereits seit September 2015 haben im Haus „Veli“ 24 unbegleitete Jugendliche ein neues Zuhause gefunden.

Möglichst harmonisches Zusammenleben

SLC ist insgesamt für 130 Standorte verantwortlich und setzt auf „ein möglichst harmonisches Zusammenleben“, wie Geschäftsführer Christian Kogler berichtet: „Wir sind damit konfrontiert, eine gewisse Anzahl von Flüchtlingen unterzubringen.“

Andreas Pechter, Flüchtlingskoordinator des Landes NÖ, gab ein Überblick darüber, welche Unterbringungsformen es gibt. „Derzeit gibt es rund 300 Quartierbetreiber in NÖ. Das Land betreut in NÖ 14.000 Asylwerber. Allein vom 1. Jänner bis heute wurden rund 10.000 Asylanträge gestellt.“

6.000 Plätze werden in NÖ gebraucht

Die Prognose für 2016: „Es werden 6.000 Plätze in NÖ gebraucht werden“, so Pechter.

NÖ hat in der Zwischenzeit mehr UMF als alle anderen Bundesländer, berichtet Peter Rozsa von der Abteilung Kinder- und Jugendhilfe. Die Betreuung sei hierfür aufwendiger und teurer, da beispielsweise auch eine 24-Stunden-Betreuung nötig ist. „Hier gibt es auch verbindliche Vorgaben, wie etwa ein verpflichtender Sprachkurs. Wir hoffen, dass so die Integration schneller und reibungsloser verläuft“, so Rozsa.

Die anschließende Diskussionsrunde mit den Bürgern, sorgte für heißen Diskussionsstoff. Applaus und Buh-Rufe lösten einander ab, als sich FPÖ-Nationalrat Christian Höbart, gleichzeitig auch Guntramsdorfer Gemeindeparteiobmann, zu Wort meldet: „Ich halt es für wichtig, auch über die Schattenseiten zu sprechen und etwas mehr Widerstand gegen diese Asylindustrie zu bringen. Der überwiegende Teil sind Wirtschaftsmigranten. Warum sollen Gemeinden dafür büßen, dass die Bundesregierung hier versagt hat? Wir werden uns dementsprechend wehren.“

Bezirkspolizeikommandant Peter Waldinger war ebenfalls vor Ort und berichtet in puncto Sicherheit: „Die Anzahl der allgemeinen Kriminalität ist im Bezirk 2015 zurückgegangen. Es hat auch weniger Einbrüche gegeben.“


REKTIONEN

„Ich war im Kindergarten in der Pfarrgasse. In drei Gruppen von 20 Kindern sind 16 nicht deutschsprachig. Wird die Bevölkerung nicht gefragt, ob sie überhaupt will?“,
Daniela Polleres

„Das Thema betrifft uns auch in puncto Lebensqualität. Ich denke, 80 Leute bei 10.000 Menschen ist eine Zahl, die möglich ist“,
Herbert Loidolt, Obmann Verein Lebensqualität in Guntramsdorf

„Ich würde mir wünschen, dass für die eigenen Leute so viel getan wird, wie für Asylanten“,
Bürgerin aus dem Publikum

„Es ist alles beschlossen, im Nachhinein wird die Bevölkerung informiert. Wer kommt für Kosten auf, sollte es zu Sachbeschädigung kommen? Wie viele sind Yeziden, Christen, Drusen oder Aleviten?“,
Reinhold Schertler

„Wir haben sieben Asylwerber an der Schule. Auch wir waren sehr unsicher, aber es funktioniert sehr gut. Die Kinder wurden darauf vorbereitet, um Vorurteile aus dem Weg zu schaffen. Ich freue mich, dass wir sie hier haben, sie erweitern den Blickwinkel unserer Schüler“,
Christa Friedl, Direktorin Mittelschule Guntramsdorf

„Wir können es politisch momentan nicht ändern. Aber es geht um Frieden in Guntramsdorf. Ich lade jeden ein, treffen wir uns mit den Jugendlichen. Die sind nicht die Gefahr“,
Mitarbeiterin im Haus „Veli“