Erstellt am 30. Dezember 2015, 05:33

von Alina Burlacu

Heurigen-Sterben just im Top-Weinort. Betriebe schließen Hoftore / Winzerschul-Heuriger steht vor Verkauf. Zudem zwingen die Auflagen zwingen manche Wirte in die Knie. GUMPOLDSKIRCHEN / Just in der Weinbaugemeinde Gumpoldskirchen droht ein wichtiges Stück Kulturgut zu verschwinden:

Ausg'steckt haben in neuen Jahr just im Weinort Gumpoldskirchen immer weniger Betriebe.  |  NOEN, NÖN

Just in der Weinbaugemeinde Gumpoldskirchen droht ein wichtiges Stück Kulturgut zu verschwinden: mehrere Heurige schließen ihre Pforten.

Das hat vor allem einen Grund: Der Winzerschul-Heurige in der Kajetan Schellmann-Gasse sperrt zu, da das Areal des Landes Niederösterreich verkauft werden soll. Ab 10. Februar soll klar sein, an wen – und was mit dem Grundstück passiert.

Betroffen sind davon gleich drei Betriebe. Hans Georg Hühnel ist einer davon: „Es ist schade und dramatisch, denn unser Lokal ist gut besucht.“ Die Frist erstrecke sich bis zum 10. Jänner und „es gibt keine Aussicht auf Verlängerung. Das Land ist nicht gesprächsbereit“, erklärt Hühnel, der derzeit ausgesteckt hat und auch den vorhandenen Keller bewirtschaftet. Er wisse nicht, „wie es weitergeht“. Sogar eine Unterschriftenaktion, von Stammgästen und Bürgern initiiert, soll es bereits geben.

„Es rechnet sich leider nicht mehr.
Vor allem auch durch die ganzen neuen
Vorschriften – Registrierkasse, Barrierefreiheit“,
Inge Keller

Ebenfalls zu den Betroffenen gehören Robert Grill und der Weinbau Rechtberger. „Wir haben noch keine Alternative“, berichtet Grill. Michael Rechtberger bestätigt, dass es vom Land keine Antwort gibt. Optimal wäre, wenn der neue Grundstückserwerber das Lokal vermietet.

Die Weingemeinde muss sich abgesehen davon von weiteren Heurigen verabschieden. Inge und Alexander Keller sperren in der Wiener Straße 25 endgültig zu. „Es rechnet sich leider nicht mehr. Vor allem auch durch die ganzen neuen Vorschriften – Registrierkasse, Barrierefreiheit“, erklärt Inge Keller schweren Herzens.

Nicht mehr ausstecken wird auch Weinbau Krebelka in der Wiener Straße, wie Lukas Krebelka bestätigt: „Es geht nicht mehr, ich habe es nebenbei gemacht, habe aber im Moment viel in der Arbeit zu tun.“

Bürgermeister Ferdinand Köck, ÖVP, besucht selbst gerne die Heurigen: „Es ist sehr schade um jeden Betrieb, weil Gumpoldskirchen gerade jetzt eigentlich im Aufwind ist.“

Zur Sache „Winzerschule“ meint Köck: „Wir haben geholfen, indem die Frist verlängert wurde, sonst wäre es bereits im letzten Jahr zum Aus gekommen. Nun hängt alles vom neuen Besitzer ab.“

Von der zuständigen Abteilung im Land konnte aktuell kein Statement zum Status quo eingeholt werden.