Hinterbrühl

Erstellt am 03. August 2016, 07:10

von Gaby Schätzle-Edelbauer

Decke krachte auf Kinderdorfmutter. Pensionistin schlief schon, als der Putz von der Zimmerdecke fiel. Kurioses Detail: Es war nicht das erste Mal.

Scheinbar macht das Alter den Decken im Mütterhaus zu schaffen.  |  NOEN, SOS-Kinderdorf

Glück im Unglück hatte eine pensionierte Kinderdorfmutter: Die 90-Jährige lag schon im Bett, in ihrer Wohnung im Mütterhaus des SOS-Kinderdorfs, als plötzlich der Verputz von der Decke herunterkrachte. Der Schreck war groß, doch glücklicherweise landete der Großteil neben dem Bett. Die Frau kam mit kleinen Kratzern davon.

Sie konnte noch selbst den Notruf wählen. Feuerwehr, Rettung und Notarzt rückten aus. FF-Einsatzleiter Franz Sittner verschaffte sich mit seiner Mannschaft sofort Zugang zum Haus: „Die Dame kam mir entgegen, war geschockt, aber ansprechbar. Im Zimmer lagen überall die Putzteile, zum Glück ist nicht mehr passiert. Ich bin mit ihr hinausgegangen und habe sie erst einmal hingesetzt.“

Decke schon einmal eingestürzt

Die ehemalige Kinderdorfmutter wurde sofort medizinisch versorgt, sicherheitshalber ging es für sie auch noch ins Krankenhaus. Dort verbrachte sie zudem die Nacht, da ihre Wohnung nicht benutzbar war. Bereits am nächsten Tag stand jedoch eine Ersatzunterkunft bereit.

Als wäre der Vorfall nicht schon kurios genug, war es nicht der erste von der Decke abfallende Verputz in der Wohnung der Pensionistin. Diese Decke ist ihr schon einmal „auf den Kopf gefallen“. Ihr Schwiegersohn, ein Polier in Pension, erinnert sich: „Es ist das zweite Mal, dass diese Decke herunterkommt, soviel ich weiß, hat man sich das damals angeschaut, dass das wieder passiert, ist eigenartig. Ich kann mir nur vorstellen, dass es bei diesem rund 40 Jahre alten Haus zu Spannungen im Beton kommt, wenn die Dämmung nicht mehr so gut ist.“

Sämtliche Wohnungen werden derzeit geprüft

FF-Kommandant Sittner meldete den Vorfall natürlich sofort der Kinderdorfleitung: „Das muss man sich natürlich anschauen. Wir haben auch gleich im Umfeld kontrolliert, ob da auch Gefahr besteht.“

Im Kinderdorf ist man sich der Problematik bewusst. „Die Wohnung wird derzeit renoviert, eine Holzdecke eingezogen und sie wird nächste Woche wieder bezugsfertig sein“, erläutert Sprecherin Susanne Schönmayr auf NÖN-Anfrage. Zudem würden alle anderen Wohnungen ebenfalls auf etwaige Probleme geprüft.