Erstellt am 16. Dezember 2015, 05:18

von Christoph Dworak

Urteil: Direktorin erhält Entschädigung. Evelyn Mayer wurde gemobbt. Zu diesem Entschluss ist die oberste Instanz, der Oberste Gerichtshof, gekommen.

Die Entscheidung der obersten Instanz gibt Evelyn Mayer recht.  |  NOEN, Christoph Dworak
Die Mödlingerin Evelyn Mayer ist nach wie vor Direktorin der HLW Biedermannsdorf. Aber seit fast fünf Jahren nicht mehr aktiv vor Ort. Weil sie von einer Landesschulinspektorin gemobbt worden sein soll, ging sie in Krankenstand und ist bis heute nicht arbeitsfähig.

Auslöser war eine Mail aus dem Jahr 2006, in der unter anderem auch sie von der Inspektorin aufgefordert worden sei, eine politische Informationskette zu Landeshauptmann Erwin Pröll, ÖVP, einzurichten. Mayer hat damals das Schreiben an die Öffentlichkeit gebracht, die Bundesgrünen sprangen auf den Zug auf, sprachen von einem „System gezielter Bespitzelung“ in Niederösterreich und stellten parlamentarische Anfragen an die Unterrichtsministerin.

Von Landesschulinspektorin der Lüge bezichtigt worden

Die Folgen für Evelyn Mayer, Frau des Verfassungsrechtlers Heinz Mayer, setzten prompt ein: Mayer gab an, schon „davor Probleme mit der Landesschulinspektorin gehabt zu haben“. Doch nach dem Politwirbel habe der „Beginn des Mobbings“ seinen Lauf genommen. So sei Mayer gegenüber Dritten von der Landesschulinspektorin der Lüge bezichtigt worden, zudem habe sie hören müssen, sie leide an Verfolgungswahn.

Mayer hat Amtshaftungsklage eingereicht. Und sie zeigte sich schon 2013 im NÖN-Gespräch sicher, dass sie gewinnen könne, „sonst hätte ich mir das sicher nicht angetan“.

Gezielte Aktionen führten zum Burn-out

Am Montag schlug die Meldung wie eine Bombe ein: Der Bund muss Entschädigung zahlen. Das habe der Oberste Gerichtshof (OGH) – die letzte Instanz – laut „Die Presse“ entschieden. Der OGH habe erkannt, dass die Landesschulinspektorin wiederholt Aktionen gesetzt habe, die in Summe zu der Burn-out-Erkrankung Mayers geführt haben.

Damit seien viereinhalb Jahre Prozess zu Ende, atmete Evelyn Mayer im NÖN-Gespräch auf. Jetzt gehe es nur mehr um die Höhe der Entschädigung.

Ob man sie wieder als Pädagogin sehen werde? „Ich werde mich gegen die vom Landesschulrat gewollte Pensionierung wehren“, betonte Mayer. Sie habe immer noch die Leitung der HLW Biedermannsdorf inne, Christine Pasteka ist nach wie vor interimistische Direktorin.

Susanne Preuer, Ressortsprecherin im Ministerium bestätigte auf NÖN-Anfrage: „Das Urteil ist eingelangt und wird derzeit geprüft. Wir werden uns die Causa genau ansehen.“