Erstellt am 03. Februar 2016, 05:38

von Christoph Dworak

Hacker-Affäre: „Sind nicht das Pentagon“. Der „unbekannte Täter“ kommt aus den eigenen Reihen. Ein Schüler hat sich intensiv im EDV-System vorangetastet.

Karl-Heinz Zolda (l.), Schulnetzwerk-Verantwortlicher, und Direktor Harald Hrdlicka beratschlagen erste Schritte zur Erhöhung der Sicherheit im System.  |  NOEN, Christoph Dworak
Das Aufatmen war hörbar. Im Beisein der NÖN hat sich der Hacker, der deutlich machte, er habe „derzeit einen nicht unerheblichen Teil der HTL Infrastruktur unter Kontrolle“, am Donnerstagvormittag in der HTL-Direktion geoutet – die NÖN berichtete online.

Der „Spion“ kam aus den eigenen Reihen. Ein Schüler, der laut eigenen Angaben nur eines im Sinn gehabt hat: die Sicherheit im Schulnetzwerk „auf ein angebrachtes Maß zu erhöhen“.

Die Reaktion von Direktor Harald Hrdlicka fiel durchaus unerwartet aus. Nicht wegen des Umstandes, dass man die vorgebrachten Tipps sehr ernstnehmen und an der Verbesserung des Systems arbeiten werde, sondern wegen ausbleibender schulinterner Maßnahmen: „Der Schüler hat mir versichert, dass er vom Grunde her nichts Böses gewollt hat.“

"Sie geben ja auch nicht einem Fremden
Ihre Wohnungsschlüssel in die Hand“,
Karl-Heinz Zolda, Schulnetz-Beauftragter

Nicht abnehmen kann Hrdlicka, er hat sofort nach Bekanntwerden des Falles Anzeige gegen „Unbekannt“ erstattet, dem jungen Mann das mögliche Strafverfahren. „Wie sich das Landeskriminalamt jetzt in dem Fall verhält, kann ich nicht beeinflussen.“

Und noch eines bedauert Hrdlicka: „Warum sind Sie, anstatt zu mir zu kommen, zur NÖN gegangen?“, fragte er nach. „Weil ich mir durch den Zeitungsbericht ausreichenden politischen Druck erwarte, um in akzeptabler Zeit für die notwendigen Veränderungen zu sorgen.“ Hrdlicka hofft, dass der „junge hochbegabte Mann“ seine HTL-Ausbildung erfolgreich absolvieren kann und dann die richtige Karriere einschlagen wird.

Karl-Heinz Zolda, verantwortlich für das Schulnetzwerk, macht deutlich, dass die Erhöhung der Sicherheit „ein laufender Prozess sein wird. Ein großer Schlag ist bei einem derart umfangreichen Schulnetzwerk von heute auf morgen nicht möglich“.

Und er macht deutlich, dass die Hacker-Affäre auch aufgezeigt habe, dass „die User viel sorgsamer mit ihren privaten Daten umgehen müssen. Sie geben ja auch nicht einem Fremden ihre Wohnungsschlüssel in die Hand.“