Erstellt am 10. Februar 2016, 04:48

von Christoph Dworak

Integration rückt in den Mittelpunkt. Mödling will eine Anlaufstelle ins Leben rufen. Stadtchef Hans Stefan Hintner hat schon einen Vorschlag.

 |  NOEN, APA (dpa)

Der eigentlich nur für die interne Kommunikation bestimmte Aushang von Stadtbadleiter & ÖVP-Stadtrat Robert Mayer, wonach „der Eintritt ins Freizeitzentrum Stadtbad Mödling für Menschen mit Migrationshintergründen“ nur mit Begleitpersonen gestattet ist, hat für helle Aufregung gesorgt.

Auch SPÖ-Kulturstadträtin Karin Wessely, die sich als „CONNECT Mödling“-Vereinsobfrau für Flüchtlinge einsetzt, über die Wortwahl Mayers ärgerte und eine Badehosenaktion initiiert hatte, schreckte auf: sie erhielt ein Drohschreiben – die NÖN berichtete in beiden Fällen.

Für SPÖ-Klubsprecherin Silvia Drechsler war der Aushang im Bad „ein Zeichen der Überforderung“. Sie erinnerte an den Antrag, einen Integrationsbeauftragten „als Ansprechperson für Bürger, Verwaltung und Politik“ zu installieren.

Intensiver Kontakt mit Koalitionspartner

Vizebürgermeister Gerhard Wannenmacher, Grüne, kann sich diesen „Schritt sehr gut vorstellen. Ich denke, das ist eine notwendige Funktion, mit der man im Vorfeld schon viele Probleme aus dem Weg räumen könnte“. Man stehe mit dem Koalitionspartner ÖVP diesbezüglich schon in intensivem Kontakt.

Für FPÖ-Stadtparteiobmann & Stadtrat Daniel Könczöl müsste der Aufgabenbereich „genau beschrieben werden. Einfach nur eine Funktion zu schaffen, ist mir zu wenig“. Im Übrigen ist er davon überzeugt, dass die Aufklärungsarbeit – wie sich Flüchtlinge zu benehmen hätten – „von den jeweiligen Leitern der Flüchtlingsbetreuungsstellen erledigt werden sollten. Mödling darf dafür kein Geld ausgeben“. Was die Auswahl der Personen betrifft, stellt Könczöl klar: „Gemeinderäte von SPÖ oder Grünen wären Fehlbesetzungen.“

Grünen-Gemeinderätin "hervorragend geeignet"

Stadtchef Hans Stefan Hintner, ÖVP, merkte im NÖN-Gespräch an, dass „er grundsätzlich sehr positiv zu diesem Vorschlag steht“. Er habe auch schon eine Person im Auge, die er für diese Funktion als „hervorragend geeignet“ hält: Grünen-Gemeinderätin Anna Teichgräber, zugleich auch Obfrau des Flüchtlingsnetzwerks „CONNECT Mödling“. Teichgräber will sich dazu nocht nicht äußern, zumal es auch noch kein Gespräch gegeben habe.

Indes ist Mayer bemüht, wieder Ruhe ins Bad zu bringen. Den Wortlaut seiner Anweisung bedauert er nach wie vor, dass er die Thematik an sich ins Rollen gebracht hat, nicht. „Man sieht anhand mehrerer Zwischenfälle in anderen Bädern, dass Handlungsbedarf gegeben ist. Ich bemühe mich, dass sich im Bad alle wohlfühlen.“ Die Reaktionen vieler Badbenützer hätten ihm recht gegeben, meint Mayer im NÖN-Gespräch. Lobend hervor hebt er die Initiative von CONNECT Mödling, die Schwimmkurse für Flüchtlinge anbieten.

Aktuell werde zudem an der Übersetzung der Badeordnung ins Arabische und Farsi gefeilt.

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