Erstellt am 30. April 2016, 06:14

von Judith Jandrinitsch

Mit offenen Karten. Robert Dienst, ÖVP, hat auch nach 17 Jahren als Laxenburger Bürgermeister nicht genug: „Es macht immer noch Spaß“.

An seinem Bürgermeister-Schreibtisch fühlt sich Robert Dienst am wohlsten. Hier fühlt er sich inspiriert, hier entwickelte er Ideen für seine Projekte.  |  NOEN, Judith Jandrinitsch

NÖN: Wie haben Sie es bis heute geschafft, Ihren Job als Bürgermeister mit Ihrem Brotberuf zu vereinbaren?
Dienst: Ich hatte das Glück, meine Lebensphasen meiner politischen Entwicklung passend gestalten zu können. Oder, wie es während meiner Zeit beim Bundesheer hieß: der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich habe während meiner Zeit beim Bundesheer irrsinnig viel gelernt. Bei IBM habe ich das pralle Wirtschaftsleben kennengelernt. Ich war schon Bürgermeister, als ich zwei Tage in der Woche Teleworking betreiben konnte. In diesen zwei Tagen habe ich tagsüber meine Agenden als Bürgermeister wahrgenommen, am Abend und in der Nacht meinen Job für IBM gemacht. Dann hat sich die Chance ergeben, mich bei der Schloss Laxenburg Betriebsgesellschaft als Geschäftsführer zu bewerben. Bei einem Hearing habe ich mich dann gegen die Mitbewerber durchgesetzt.

Dann war der Weg zum Bürgermeister vorgezeichnet?
Dienst: Der Plan, Bürgermeister zu werden, war für mich am Anfang sicher nicht da. Ich war bei IBM voll im Geschäft, war als Business Unit Manager viel im Ausland bei meinen Kunden unterwegs. 1998 kandidierte ich allerdings bei der NÖ Landtagswahl für die ÖVP und bekam damals in Laxenburg zwei Drittel der Vorzugsstimmen. Das hat dann wohl für den Altbürgermeister und die ÖVP-Granden den Ausschlag gegeben, mich als Bürgermeisterkandidaten zu nominieren.

Sie haben viele große Projekte in Angriff genommen  – von der Revitalisierung des Kaiserbahnhofes bis zur Neugestaltung des Schlossplatzes. Wie haben Sie es geschafft, diese Vorhaben so erfolgreich umzusetzen?
Dienst: Natürlich gab und gibt es verschiedene Meinungen, die man als Bürgermeister hören und auch ansprechen muss. Für mich war aber von Anfang an klar, dass man bei all diesen Projekten entsprechende Bürgerinformation machen muss, und dass man vorher die Leute in Kenntnis setzt wieso, warum, weshalb. Das haben wir sehr, sehr, offensiv gemacht, und das hat dann auch immer sehr gut funktioniert.

Und trotz dieser großen Investitionen steht die Gemeinde finanziell auf soliden Beinen?“
Dienst: Ich habe ein starkes Team, das so wie Vizebürgermeisterin Elisabeth Maxim sich intensiv mit der Materie beschäftigt und auch das nötige berufliche Know-how dazu einbringt. Die Gemeindefinanzen sind nur ein Beispiel dafür, die zeigen, welche engagierten und qualifizierten Mitarbeiter ich auf der Gemeinde und im Gemeinderat habe.

Welches Projekt möchten Sie noch unbedingt verwirklichen?
Dienst: Das ist das Hotelprojekt für Laxenburg. Eine Standortanalyse hat schon längst ergeben, dass wir mit unseren internationalen Instituten und dem Kongresszentrum ein Hotel brauchen. Allein, es fehlt noch der Investor. Doch ich bin guten Mutes, dass wir das Projekt auch noch auf die Beine stellen werden.


Zur Biographie

  • Robert Dienst wurde am 1. April 1956 geboren und wuchs in Kaltenleutgeben auf. Er absolvierte die Militärakademie in Wiener Neustadt und diente in St. Pölten und der Starhemberg-Kaserne in Wien.

 

  • Nach einer kurzen Wohndauer in Perchtoldsdorf und Wien suchte und fand Dienst sein Traumgrundstück 1989 schließlich in Laxenburg.

 

  • Nach der Geburt seiner zweiten Tochter kam es zum Gratulationsbesuch im Hause Dienst vom damaligen Bürgermeister Heinrich Schneider. Der politische und persönliche Draht zwischen den beiden Männern stimmte und Dienst fand sich auf der ÖVP-Liste für die nächsten Gemeinderatswahlen wieder. 

 

  • Nach dem Ausscheiden von Fritz Hartl aus dem Gemeinderat folgte Dienst dem damaligen FF-Kommandanten in das Ortsparlament nach.

  • 1996 zog Dienst in den Gemeindevorstand ein, am 17. Jänner 1999 wurde er erstmalig zum Bürgermeister gewählt.