Erstellt am 18. Januar 2016, 09:20

von Christoph Dworak

„Jeder ist Teil der Goldmedaille“. Stadtchef Hans Stefan Hintner, ÖVP, über Entente-Florale-Erfolg und einer herben Wahlnachlese.

Edle Tropfen als Geschenk für die Gäste: Nina Mayerhofer, Vizebürgermeister Ferdinand Rubel, Elisabeth Schneider, Susanne Schneider, Mona Mayerhofer, JVP-Obmann Gemeinderat Otto Reczac, Ilker Dogru und Gemeinderätin Nicole Weber.  |  NOEN, Dworak
„Ich hab’ schon einmal länger gelacht“, erinnerte sich Bürgermeister Hans Stefan Hintner beim Neujahrsempfang der Mödlinger Volkspartei an das Ergebnis der Gemeinderatswahl vor knapp einem Jahr: 3,4 Prozent weniger, ein Mandat (18) weniger, aber als stimmenstärkste Partei (40,7 Prozent) mit einem blauen Auge davongekommen: „Wir jammern gerne auf hohem Niveau.“

Dennoch ließ er die „Freunde der Mödlinger Volkspartei“ – und derer waren am Sonntag an die 600 in die Europahalle geströmt – wissen: „Ich nehme den Auftrag ernst, dieses Ergebnis zu verbessern.“ Ebenso wolle er alles unternehmen, um die Wahlbeteiligung zu erhöhen: „Da sind in Mödling 18.000 Stimmen am Markt und gerade einmal 49 Prozent der Wahlberechtigten gehen wählen“, ärgert sich der Stadtchef heute noch.

Abseits der miesen Wahlbeteiligung in der Bezirkshauptstadt seien ihm 2015 zwei weitere Ereignisse in negativer Erinnerung geblieben, betonte Hintner: die Aufarbeitung des Wasserskandals und der Brand in der Kläranlage. „Da hat man gesehen, wie sensibel die Infrastruktur ist.“ Aber auch, wie viel Nachholbedarf man noch in Sachen Zivilschutz habe.

Kollektive Danksagung

Damit waren genug der pessimistischen Worte verloren – und der Bürgermeister und ÖVP-Stadtparteivorsitzende brach in kollektiver Danksagung aus: Gold beim internationalen „Entente Florale“-Wettbewerb, der „schon lange nichts mehr nur mit Blumenschmuck zu tun hat. Er steht für Lebensqualität und ist eine Auszeichnung für die gesamte städtische Verwaltung. Jeder von uns ist Teil der Goldmedaille“.

Was einen weiteren Meilenstein Mödlings im Jahr 2015, der Umwidmung des Gendarmeriezentralschule-Areals betrifft, ging der politische Dank Hintners an sämtliche im Gemeinderat vertretenen Fraktionen. „Wir haben gemeinsam, ruhig, besonnen und sachlich daran gearbeitet, um die beste Lösung zu erzielen.“

Deutliche Worte fand der Stadtchef ins Sachen Landesklinikum und möglicher Schließung der Notfallambulanz – die NÖN berichtete: „Als Standortbürgermeister gehe ich davon aus, dass alles so hält, wie’s ausgemacht wurde. Nachdem der Bezirk Mödling etwa 50 Prozent zur Wirtschaftskraft in Niederösterreich beiträgt, kann das notwendige zweite Dienstradl nicht an der Finanzierung scheitern, um die Ambulanz aufrecht zu erhalten.“

Lob für Mödling als „Motor des Bezirks“

Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka, ÖVP, seit 5. Jänner ein Sechziger, lobte die „vielfältige und starke Stadt Mödling als Motor des Bezirks“. Er wünschte allen Bürgerinnen und Bürgern sowie Stadtverantwortlichen „viel Freude, das Leben in dieser schönen Stadt zu gestalten. Das stärkt auch die Zusammengehörigkeit“.

Dirigiert hat Sobotka in der Europahalle ausnahmsweise nicht. Dabei hätte er mit der „Beethoven-Band“ unter der Leitung von Reinmar Wolf tolle Talente vor dem Taktstock gehabt.

Neujahrsempfang nicht ausgelassen

Den Neujahrsempfang ließen unter anderem Alt-Bürgermeister Harald Lowatschek, ÖVP, Bezirkshauptmann Philipp Enzinger, Vorgänger Hannes Nistl, AKNÖ-Vize Franz Hemm, FF-Kommandant Peter Lichtenöcker, Rot-Kreuz-Bezirksstellenleiter Paul Strebl, Bezirkspolizeikommandant-Stellvertreter Oliver Wilhelm, Primarius Johann Pidlich, Leiter des Landesklinikums Baden-Mödling, Unfallchirurg Primarius Thomas Klestil, Oberärztin Silvia Bodi, Guntramsdorfs Bürgermeister Robert Weber, SPÖ, Pflichtschulinspektorin Monika Dornhofer sowie die Pfarrer Richard Posch und Markus Lintner, nicht aus.

Kulinarisch verwöhnt wurden die Gäste mit Brötchen aus dem Hause „Konditorei Gössl“, für die prämierten edlen Tröpferl sorgte das Weingut Pferschy-Seper.

Der traditionelle Bürgermeister-Wein kam wie immer aus dem Hause von Weinbauvereinsobmann Fritz Taufratzhofer, das Etikett von „KarikatUrbanek“.